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In einem sozio-religiösen Rahmen mit traditionalistischen Verhaltensvorschriften gefangen, können die meisten Maghreb-Frauen nicht über ihr Schicksal bestimmen. Im Gegenteil, ihr Lebensweg wird ihnen vorgeschrieben: Frauen werden infantilisiert und zu ewigen Unmündigen gemacht. Obwohl sie bereits viele Rechte erworben haben, die sie noch vor einigen Jahrzehnten nicht hatten, können wirkliche Fortschritte nur über langfristige Entwicklungen erreicht werden. Soziale und religiöse Verhaltensregeln müssen mit der Unterstützung zahlreicher engagierter Akteure und Akteurinnen grundlegend dekonstruiert werden. 

Im Jahr 2017 erhoben fast 300 Menschen in Casablanca ihre Stimme, um den kollektiven sexuellen Übergriff auf eine junge Frau in einem Bus anzuprangern. In Marokko ist Gewalt gegen Frauen “gang und gäbe”1, und obwohl sie in einigen Fällen als unrechtmäßig verurteilt  wurde, besteht in diesem Bereich immer noch ein rechtliches Vakuum, was die Zunahme der Fälle in den letzten Jahren belegt.

Mit “Frau” meinen wir jede Person, die sich selbst für eine Frau hält, auch wenn Transidentität und Intersex in den nordafrikanischen Ländern vor den Augen anderer verborgen sind. Der Kampf für die Rechte der nordafrikanischen Frauen kann mit dem Kampf jeder Frau verglichen werden, die der islamischen Gemeinschaft angehört. Dieser Kampf ist zwar nicht neu, aber Fortschritte in diesem Bereich zu erzielen, erfordert viel  Entschlossenheit und Mut. Frauen erkennen, dass sie einer Gesellschaft angehören, die sie unterdrückt und deren patriarchalischen religiösen Strukturen in ihren Bräuchen verwurzelt ist. Saudi-Arabien, Ägypten, Algerien, Marokko – um nur einige zu nennen – sind von diesem selben feministischen Kampf betroffen. Unsere Analyse konzentriert sich jedoch insbesondere auf drei Länder: Tunesien, Algerien – beide parlamentarische Republiken2, und Marokko – eine konstitutionelle parlamentarische Monarchie.

Dieses Thema nimmt seit Beginn des Arabischen Frühlings der Maghreb-Länder (2008-2010),  die in ihrem gemeinsamen Verständnis aus Marokko, Algerien und Tunesien bestehen, einen sehr günstigen Platz im aktuellen Kontext ein. Innerhalb dieses Gebiets, das im Norden durch das Mittelmeer und im Süden durch die Sahara begrenzt wird, ist es den Frauen in den letzten Jahren gelungen, durch ihr Verhalten aus der Rolle der Unmündigen herauszutreten. Nach und nach begannen sie sich immer freier auszudrücken und schafften es, die Unterstützung einer Gemeinschaft zu gewinnen, die die Entwicklung ihrer Rechte aufmerksam verfolgt.

Zunächst erscheint es wichtig, die aktuelle Situation der Frauen im Maghreb zu untersuchen. Dazu müssen wir einerseits das Gesetz und andererseits den Koran betrachten.

DIE GRUNDLAGEN DES FRAUENVERSTÄNDISSES IM MAGHREB 

Was sagt der Koran über die Frau? 

Das Prinzip der Gleichheit zwischen Mann und Frau

Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass im Koran stünde, der Mann sei der Frau übergeordnet. Die Texte offenbaren jedoch eine völlig andere Realität. Frauen wurden immer als den Männern gleichgestellt betrachtet. Zunächst einmal gibt es in dem Text eine Unterscheidung zwischen Mann und Frau vor Allah. Dies zeigt sich einerseits durch den Gebrauch des Begriffs “gläubige Männer-gläubige Frauen” und andererseits durch die Koranverse wie in Sure 4 Vers 1, in dem Allah erklärt:

“O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen schuf, und aus ihm schuf Er seine Gattin und ließ aus beiden viele Männer und Frauen sich ausbreiten. Und fürchtet Allah, in Dessen (Namen) ihr einander bittet, und die Verwandtschaftsbande. Gewiß, Allah ist Wächter über euch.”

Durch diesen Vers wird deutlich, dass Mann und Frau “aus einem Wesen” geschaffen worden sind und dass sie gleichwertige, sich ergänzende Hälften bilden. Diesen Konzept der Geschlechtergleichheit finden wir in Sure 9, Vers 71:

“Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet und entrichten die Abgabe und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Gewiß, Allah ist Allmächtig und Allweise.”

Männer und Frauen werden hier als “Beschützer” beschrieben, die in der Lage sind, zu bestimmen, was in einer Gesellschaft “richtig” und “falsch” ist. Es gibt keinen Unterschied aufgrund des Geschlechts, Männer und Frauen werden am gleichen Maßstab gemessen und müssen die gleichen Aufgaben erfüllen.

Gewalt an Frauen

Eine zweite weit verbreitete Idee ist, dass der Koran häusliche Gewalt zulassen sollte, insbesondere, dass ein Mann seine Frau schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorcht. Um dies zu belegen, wird ein Vers des Korans verwendet – Vers 34 der 4. Sure:

“Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht gegen sie keine Ausrede. Wahrlich, Allah ist Erhaben und Groß.” 

“Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.”

Wenn wir uns an diese Standardübersetzung halten, können wir in diesem Vers erkennen, dass der Mann der Frau überlegen ist und Frauen ihren Männern gehorchen müssen. Sonst riskieren sie gewaltsame Zurechtweisungen. Diese Überlegenheit steht im Widerspruch zu dem, was wir oben gesagt haben, nämlich dass der Koran die Gleichstellung der Geschlechter befürwortet. Darüber hinaus steht die hier erwähnte Gewalt auch im Widerspruch zu der in Sure 30, Vers 21 erwähnten Vorstellung von “Zuneigung und Barmherzigkeit” zwischen Paaren.

Diese Diskrepanz ist auf ein Übersetzungsproblem zurückzuführen. Die Fehlinterpretation der Idee von Überlegenheit und Gewalt ist im Wesentlichen mit drei Begriffen verbunden, die unterschiedlich übersetzt werden können3 :

  1. Qawwâmûn bedeutet “derjenige, er sich um etwas kümmert” , “der Verantwortung übernimmt”. In der Standardübersetzung wurde dies mit “stehen den Frauen vor”
  2. Ba’da hum ‘alâ ba’din dessen obige Übersetzung sich auf eine Idee der Überlegenheit “die einen von ihnen vor den anderen” bezieht. Allerdings deutet nichts im Begriff ba’din darauf hin, dass mit “den anderen” auf Frauen Bezug genommen wird, im Gegensatz zur Übersetzung des männlichen Pronomen hum in den  männlichen unbestimmten Artikel “einen”, das Männer, repräsentiert.
  3. Wa-dribû-hunna was wörtlich übersetzt wa, “und”; dribû, “schlagt” und hunna, “sie”, also “und schlagt sie” bedeutet. Nun hat das Verb daraba mehrere Bedeutungen wie: “schlagen”, “anbieten”, “geben”. In diesem Fall sind wir an der Bedeutung “etwas meiden” interessiert. Diese Übersetzung stimmt eher mit der Vorstellung von “Barmherzigkeit” zwischen Paaren überein. 

Sobald diese Änderungen vorgenommen wurden, bekommt der Vers eine andere Ausrichtung und vermittelt nicht mehr den Eindruck, dass häusliche Gewalt im Koran in toleriert wird.

“Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.”4

Der Prophet Mohammed gilt als Vorbild für jeden muslimischen Gläubigen. Er schlug  seine Frauen nie und forderte seine Gefährten auf, das Gleiche zu tun: nie wieder die Hand gegen ihre Frauen zu erheben. Es ist also klar, dass hier jegliche Gewalt gegen Frauen zu verbieten ist. Außerdem kann eine Frau in einem muslimischen Staat den Richter bitten, ihre Ehe aufzulösen, wenn sie geschlagen wird. Dies zeigt deutlich, dass der Islam häusliche Gewalt nicht akzeptiert.

Der Begriff des Vermächtnis

Auch Erbfragen legen nahe, dass es eine inhärente Ungleichheit zwischen Männern und Frauen gibt. Das Thema ist jedoch etwas komplexer. Zunächst sind zwei Begriffe zu unterscheiden: testamentarische Erbschaft (al-wasiya) und Vermächtnis (al-warth)5. Beide werden im Koran thematisiert. Allah empfiehlt, dass jeder vor dem Tod ein Testament machen sollte, insbesondere in Sure 2 Vers 180: 

“Vorgeschrieben ist euch, wenn sich einem von euch der Tod naht, sofern er Gut hinterläßt, ein Vermächtnis zugunsten der Eltern und nächsten Verwandten in rechtlicher Weise zu treffen, als eine Pflicht für die Gottesfürchtigen.” 

Über den Inhalt eines Testaments kann jeder Mensch selbst entscheiden. Jeder ist frei, so zu handeln, wie er oder sie es wünscht. Allah empfiehlt jedoch, dass sowie die dem/der Verstorbenen nahestehenden Menschen als auch wenn bei der Verteilung Verwandte, Waisen und Arme zugegen sind (Sure 4 Vers 8), durch das Testament begünstigt werden sollten. Darüber hinaus wird das Eigentum zwischen Mann und Frau geteilt. Ein Weiterer Hinweis wird nicht gegeben: “Den Männern steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, sei es wenig oder viel – ein festgesetzter Anteil.” (Sure 4 vers 7). 

Die Idee der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen stammt daher aus dem Begriff der Vererbung aus Vers 11 der Sure 4:

Allah empfiehlt euch hinsichtlich eurer Kinder: Einem männlichen Geschlechts kommt ebensoviel zu wie der Anteil von zwei weiblichen Geschlechts. Wenn es aber (ausschließlich) Frauen sind, mehr als zwei, dann stehen ihnen zwei Drittel dessen zu, was er hinterläßt; wenn es (nur) eine ist, dann die Hälfte. Und den Eltern steht jedem ein Sechstel von dem zu, was er hinterläßt, wenn er Kinder hat. Wenn er jedoch keine Kinder hat und seine Eltern ihn beerben, dann steht seiner Mutter ein Drittel zu. Wenn er Brüder hat, dann steht seiner Mutter (in diesem Fall) ein Sechstel zu. (Das alles) nach (Abzug) eines (etwaigen) Vermächtnisses, das er festgesetzt hat, oder einer Schuld. Eure Väter und eure Söhne – ihr wißt nicht, wer von ihnen euch an Nutzen näher steht. (Das alles gilt für euch) als Verpflichtung von Allah. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allweise.

Im ersten Satz des Verses heißt es Einem männlichen Geschlechts kommt ebensoviel zu wie der Anteil von zwei weiblichen Geschlechts”. Daher kommt die Idee der Ungleichheit. Dieser Begriff der Vererbung soll jedoch nach dem Begriff des testamentarischen Vermächtnisses kommen, wie aus demselben Vers “nach Bezahlung eines etwa gemachten Testaments” hervorgeht. Die exegetische Lektüre (Interpretation), die von islamischen Juristen zum Begriff der Vererbung gemacht wurde, hat jedoch ihre Aufmerksamkeit auf den Begriff “Vermächtnis”: al-warth gerichtet und die Bedeutung des testamentarischen Erbes: al-wasyya unterschätzt.

Was sagt das Gesetz?

In den drei Maghreb-Ländern wurden zahlreiche Fortschritte im Bereich der Frauenrechte erzielt, wie z.B. die Anerkennung des Prinzips der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Zugang von Frauen zu hohen Führungspositionen, insbesondere im politischen Leben, und die Kriminalisierung von häuslicher Gewalt. Die Fortschritte sind jedoch von Land zu Land unterschiedlich, und die Gesetze sind noch nicht perfekt.

Tunesien hat bisher die größten Fortschritte gemacht hat. Im Gegensatz zu Marokko und Algerien wurde dort das Verbot der Heirat von Frauen mit Nicht-Muslimen aufgehoben und die Polygamie verboten. In letzter Zeit kam das Land in Bezug auf die Anerkennung der Frauenrechte an seine Grenzen. Ein Gesetzentwurf zur Gleichstellung der Geschlechter im Erbrecht, wurde nach der Wahl von Kaïs Saïed auf Eis gelegt6. Dieser wollte das derzeitige, auf dem Koran basierende System beibehalten, in dem Frauen nur die Hälfte des Männeranteils erbten.

Darüber hinaus ist einer der ersten Kämpfe für Frauen im Maghreb die Anerkennung der häuslichen Gewalt als Straftat. In Algerien kriminalisiert das “Gesetz Nr. 15/19 vom 30. Dezember 2015 häusliche Gewalt, Belästigung auf der Straße, Diebstahl zwischen Ehepartnern und die Enteignung von Frauen durch ihren Ehemann”7. Dieses Gesetz sieht eine stufenweise Sanktionierung des Schädigers je nach den Verletzungen vor, die dem Opfer zugefügt wurden. Die Höchststrafe ist eine lebenslange Freiheitsstrafe, wenn das Opfer durch oder wegen der Tat stirbt. Das gleiche Gesetz kriminalisiert auch sexuelle Belästigung in Gebäuden offizieller Institutionen. Es hat jedoch insofern eine Lücke, als es eine “Vergebungsklausel” enthält. Diese besagt, dass das Gerichtsverfahren endet, wenn das Opfer beschließt, seinem Angreifer zu vergeben. Das Risiko besteht hier also darin, dass die angegriffene Person innerhalb ihrer Familie oder ihres engen Umfelds unter Druck gesetzt wird und die Anklage schließlich zurückzieht. 

Auch Marokko wollte mit seiner Gesetzesvorlage 103.13 Gewalt bekämpfen und die Stellung der Frauen stärken. Dennoch wurde dieser 2018 verabschiedete Gesetzentwurf von der Föderation der Demokratischen Liga für Frauenrechte (FLDF) als unzureichend erachtet, insbesondere weil er Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe stellt. Im Dezember 2018 erkannte das Gericht von Tanger zum ersten Mal Vergewaltigung in der Ehe als Verbrechen an. Doch obwohl diese Entscheidung Beifall fand und als Zeichen des Fortschritts gewertet wurde, wurde das Gesetz nicht geändert. Trotz der Kritik der Vereinten Nationen (UN) besteht in Marokko bis heute ein rechtliches Vakuum in Bezug auf Vergewaltigung in der Ehe.

Tunesien hat seinerseits eines der umfassendsten Gesetze über häusliche Gewalt. Es kriminalisiert Vergewaltigung in der Ehe und schafft die Ehe zwischen einem Vergewaltiger und seinem Opfer ab. Was jedoch fehlt, ist der Zugang zu Informationen und “der Mangel an personellen und finanziellen Ressourcen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren durchzusetzen”, wie Karima Brini, Leiterin des Zentrums in Manara und der Vereinigung für Frauen und Staatsbürgerschaft in der Stadt Kef (Nordwesttunesien)8 erklärt. Dieser Mangel an Mitteln ist ein immer wiederkehrendes Problem im Maghreb, denn selbst wenn einige Frauen bereit sind, eine Beschwerde gegen ihren Aggressor einzureichen, fragen sie sich, wo man sich um sie kümmern kann, sobald ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird.

Die Rolle des gesellschaftlichen Drucks und der Sittenlehre Werte

Obwohl der Koran die Gleichstellung der Geschlechter befürwortet und häusliche Gewalt verbietet und die Maghreb-Länder im Bereich der Frauenrechte Fortschritte gemacht haben, scheint sich die Lage der Frauen wenig oder gar nicht verbessert zu haben. Wie lässt sich dieses Paradoxon erklären? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die maghrebinische Gesellschaft, ihre Funktionsweise und die in ihr geförderten Normen und Werte betrachten. Denn auch wenn das Gesetz ein Mittel der Veränderung ist und die Anerkennung bestimmter Konflikte ermöglicht, so gibt es doch informelle Regeln, Denkweisen, die einen wirklichen Fortschritt verhindern. Ohne Mentalitätswandel, ohne gesellschaftlichen Veränderungen wird es schwierig sein, den Status der Frauen zu verbessern.

Zunächst ist es wichtig, daran zu erinnern, dass sich im Maghreb eine sogenannte Religionskultur entwickelt hat, die sich in zwei Worten manifestiert: haram ( حَرَام ), “was religiös verboten ist”, und aib ( عيب ), “was kulturell unangemessen ist”. Diese beiden Begriffe werden als identisch empfunden, so als bedeuteten sie dasselbe und hätten dieselben Konsequenzen9. Dies ist jedoch nicht der Fall: Was haram ist, ist eine religiöse Angelegenheit, und aib ist eine Angelegenheit gesellschaftlicher Regeln; was sozial/kulturell verboten ist, ist nicht ratsam.

Maghrebinische Frauen sind sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich einem ständigen sozialen Druck ausgesetzt. Ihr Verhalten und ihre Kleidung werden überwacht und inspiziert. Die algerische Schriftstellerin Amine Zaoui beschreibt genau diesen Druck, dem die Frauen täglich ausgesetzt sind: “Auch der weibliche Körper steht unter ständiger Beobachtung des Nachbarn, im Rückspiegel des wachsamen Taxifahrers, unter den Blicken des Lebensmittelhändlers um die Ecke, beleidigt in der Konferenz der Universitätsprofessoren, beurteilt vom Sicherheitsbeamten des Hauses. Und vor allem wird er wöchentlich in den Predigten des großen Freitagsgebets verflucht!10. Die maghrebinische Gesellschaft hat eine Tendenz, entlang allem was aib ist, zu moralisieren. Tatsächlich ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Mädchen oder eine Frau wegen des “Was werden die Leute sagen” daran gehindert wird, etwas zu tun. Wenn sie sehen, wie sie sich so und so kleidet oder verhält. Es ist eine Frage der Ehre, ihrer eigenen, aber vor allem der ihrer Familie oder ihres Mannes. Denn, wie der Schriftsteller Kamel Daoud erklärt, werden Frauen im Allgemeinen “als eine Quelle des Ungleichgewichts wahrgenommen, sie werden nur dann respektiert, wenn sie in einer Besitzbeziehung als Ehefrau von X oder Tochter von Y definiert werden”.  Sie sind für den Mann Ausdruck seiner Männlichkeit und stehen für Familienwerte11.

Parallel zu diesem sozialen Druck in Bezug auf das Bild, das sie vermitteln, werden Frauen täglich Opfer von Belästigungen auf der Straße. In Marokko war ein Fall von Belästigung auf der Straße besonders auffällig und löste in der gesamten Bevölkerung Empörung aus. Am 31. Juli 2017 verfolgte in Tanger eine Gruppe von Männern, die aus einer Vorstellung kamen, ein in Panik geratenes Mädchen, das versuchte zu fliehen. Die Veröffentlichung dieses Videos führte zu einer Welle der Entrüstung in der Bevölkerung, aber auch in den Medien. So betitelte La Dépêche ihren Artikel vom 1. August 2017: “Sexuelle Belästigung, ein Nationalsport in Marokko?”12. Yassine Jamali erklärt in einem Artikel im L’Economiste, dass “die Straße in Marokko für Frauen einen Ort der Erniedrigung und Gewalt ist, ist unbestreitbar, es sei denn, alle Frauen in diesem Land sind Mythomaninnen”13.  Das Problem der Belästigung erklärt sich zum Teil durch eine allgegenwärtige sexuelle Frustration, bei der der Körper der Frau zu einem Objekt der Begierde und Phantasie wird. Nadia Naïr, Dozentin an der Universität von Tetouan, erklärt, dass diese Frustration im Wesentlichen damit zusammenhängt, dass in diesen Ländern “Beziehungen außerhalb der Ehe, Ehebruch und Homosexualität mit Gefängnis bestraft werden”14. Kamel Daoud erklärt auch, dass manche “ebenfalls hoffen, eine Liebesgeschichte zu erleben”. Doch “die Dynamik der Begegnung, der Verführung und des Flirts wird dadurch verhindert, dass man die Frauen überwacht, zu sehr auf ihre Jungfräulichkeit besteht und der Sittenpolizei Befugnisse überträgt. Sie bezahlen sogar Chirurgen für die Reparatur von Jungfernhäutchen.”15 Wir wagen es nicht mehr, über Liebe zu sprechen. Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit werden nicht gern gesehen. All dies ist allmählich aib, tabu geworden, und all diese Phänomene verstärken die Frustration.

Darüber hinaus gibt es im Maghreb eine starke Gegensätzlichkeit zwischen Modernität und sozialem Konservatismus. Wenn wir von sozialem Konservatismus sprechen, beziehen wir uns im Wesentlichen auf die Schwierigkeit, Mentalitäten zu verändern. Frauen haben zwar Rechte, aber wenn sie sich im privaten Bereich aufhalten, befinden sie sich in einer Position der Unterlegenheit. Dies erklärt Nourredine Bessadi, Professor und Forscher an der Universität Mouloud-Mammeri von Tizi Ouzou, in seinem Artikel: “Algerische Frauen sind Bürgerinnen im öffentlichen Raum, befinden sich aber innerhalb der Familieneinheit in einer Situation ernsthafter Unterlegenheit16. In seinem Artikel zeigt er auch die Auswirkungen der von Frauen verinnerlichten Normen auf. 2014-2015 wurde eine Studie von Afrobarometer (entspricht dem Arab Barometer, aber für Afrika) durchgeführt, die zeigt, dass “41% der Algerier*innen voll und ganz mit der Idee übereinstimmen, dass Männer bessere politische Entscheidungsträger wären als Frauen und deshalb an ihrer Stelle gewählt werden sollten. Nur 16% stimmten nachdrücklich zu, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen haben sollten, gewählt zu werden17. Im selben Artikel zeigt eine Umfrage, die in Algerien vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) durchgeführt wurde, dass im Zeitraum 2012-2014: “59% der algerischen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren glauben, dass ein Ehemann das Recht hat, seine Frau aus verschiedenen Gründen zu schlagen”.

So wird die Verbesserung der Stellung der Frau trotz gewisser Widerstände und der Verabschiedung neuer Gesetze nicht ohne einen Mentalitätswandel erreicht werden können, ohne dass dieser gesellschaftliche Konservatismus gekippt wird und ohne dass die Instrumentalisierung der Religion durch bestimmte Exegeten aufhört. Dank mehrerer Akteur*innen: Feministinnen, dem Staat und Männern, die für die Gleichberechtigung sind, werden Fortschritte zunehmend sichtbar.

DER WANDEL

Die engagierten Akteur*innen

Die islamischen oder muslimischen Feministinnen

Manchmal neigen wir dazu zu glauben, dass es nur eine Form des Feminismus gibt, weil es diejenige ist, die wir am besten kennen, oder besser gesagt, es ist diejenige, die sich uns aufgedrängt hat. Aber das ist ein Fehler: Es ist westlich-zentriert. Mit anderen Worten, es ist eine vorgefasste Idee des Westens, der dominant, besser, ja sogar einzigartig sein will, auch wenn dies bedeutet, andere Denkweisen zu zerschlagen. Tatsächlich wurde der Feminismus, wie wir ihn kennen, eigentlich von und für weiße Frauen konzipiert, zum Nachteil der Frauen von Minderheiten. Für Zahra Ali, Autorin von “Féminismes islamiques(Islamischer Feminismus), besteht die Notwendigkeit, “den Feminismus zu entessentialisieren”. Auf diese Weise erklärt sie, dass der Feminismus keine Matrix ist, die wir einfach aus ihm herausnehmen und auf jede Situation, für jedes Land anwenden können. Zahra Ali fügt hinzu, dass der Feminismus niemandem gehört, dass er nicht auf den weißen westlichen Feminismus reduziert werden kann; in der Welt gibt es andere Formen gegen die Unterdrückung von Frauen vorzugehen, sie funktionieren einfach auf eine andere Weise. Es gibt also kein einheitliches Modell für die Emanzipation der Frauen.

Einige Frauen, die Minderheiten angehören, stützen sich deshalb auf andere Formen des Feminismus, in denen sie sich eher wiedererkennen. Die Politikwissenschaftlerin und feministische Aktivistin Françoise Vergès schreibt: “Ich verteidige einen dekolonialen Feminismus, dessen Ziel die Zerstörung von Rassismus, Kapitalismus und Imperialismus ist”18. Dies gilt als ein dekolonialer oder postkolonialer Feminismus, wie ihn der Journalist Yann Lagarde in seinem Interview mit Françoise Vergès für France Culture19 definiert: Ein Feminismus der “darauf abzielt, Intersektionalität und die Zusammenführung der Kämpfe sowohl gegen Sexismus, Rassismus, Kapitalismus und Imperialismus zu erreichen. Sie prangert auch die Überreste der kolonialen Ideologie an, die die Gesellschaft strukturieren. “Worauf Françoise Vergès in ihrem Buch beharrt, ist die Notwendigkeit, alle Frauen über ihre Unterdrückung sprechen zu lassen, ihnen zuzuhören und ihre eigene Art zu kämpfen zu respektieren, ohne Werturteile zu fällen.

Wenn wir den muslimischen Feminismus verstehen wollen, ist es daher unerlässlich, seine Besonderheiten zu verstehen. Anders als der westliche Feminismus ist der muslimische Feminismus in Übereinstimmung mit und zur Unterstützung der Religion aufgebaut, nicht durch ihre Ablehnung. Dieser Gedanke lässt sich sehr gut in einem Zitat von Margot Badran, einer auf Frauenfragen im Islam spezialisierten Historikerin, erklären: “Meiner Ansicht nach steht der islamische Feminismus im Zentrum einer Transformation, die sich innerhalb des Islam vollziehen will. Transformation, nicht Reform, denn es geht nicht darum, die patriarchalischen Ideen und Bräuche, die ihn unterwandert haben, zu ändern, sondern darum, tief in den Koran einzutauchen, um seine Botschaft der Gleichberechtigung der Geschlechter und der sozialen Gerechtigkeit zu finden, diese Botschaft ins Bewusstsein und in die Öffentlichkeit zu heben und dementsprechend radikal den Islam abändern.20 So ist der Kampf der muslimischen Feministinnen, der Ende des 19. Jahrhunderts begann, vor allem ein Wiederaufleben, eine Neuinterpretation der Gründungsschriften von der Frauen. Die religiös gebildeten Frauen möchten vor allem die absolute Gleichheit (al-musawa) aller Männer und Frauen beweisen. Eine der Pionierinnen in diesem Ringen um eine neue, egalitärere Interpretation des Korans ist die Professorin für Islamische Studien an der Commonwealth University of Virginia, Amina Wadud. Sie erklärt in ihrem bahnbrechenden Werk für die Verbreitung des islamischen Feminismus, Qur’an and Woman: Rereading the Sacred Text from a Woman’s Perspective (Koran und Frau –  Neuinterpretation der heiligen Schrift aus der Sicht einer Frau)21, dass das Patriarchat im Islam keinen Platz hat.  Allah schuf alle Menschen gleich. Wenn jedoch die Gleichheit unter allen nicht respektiert wird, d.h. wenn Männer sich gesellschaftlich über die Frauen stellen, verletzen letztere das Prinzip der Einheit Allahs (tawhid), indem sie sich auf eine Stufe stellen, die der Allahs gleichwertig ist; “sie ‘assoziieren’ sich mit Allah”, so Margot Badran22.

Reformistische Intellektuelle und Professoren der Theologie, ausschließlich Männer, die sich weigern, Platz für Frauen zu schaffen, geben der Forschung dieser oft verspotteten muslimischen Feministinnen jedoch wenig Anerkennung. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch andere Akteur*in die Frage der Stellung der Frau im Maghreb zu eigen machen.

Der Staat, sein Rechtssystem und seine Gesetze

Der Feminismus hat dem Staat eine neue Seite der Bevölkerung gezeigt und a fortiori dem Staat seine Rolle als Akteur im Kampf für die Rechte der Frau bewusst gemacht. Dank der aktuellen, immer stärker in den Vordergrund tretenden feministischen Stimmen, werden Gesetze stetig geändert. Beispielsweise ist seit 2015 häusliche Gewalt in Algerien verboten23, um die Frau vor der Gewalt ihres Ehemanns zu schützen. Bereits 2012 hatte die Beteiligung von Frauen an der Politik mit dem Organgesetz Nr. 12-03 vom 12. Januar 2012 an Bedeutung gewonnen, das “die Modalitäten festlegt, die die Chancen von Frauen auf Zugang zur Vertretung in gewählten Versammlungen erhöhen”24. Zudem ist eine Zwangsheirat rechtlich nicht möglich. Doch obwohl die Gesetze auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau voranschreiten, bleiben die sozialen Praktiken zum größten Teil unverändert. Frauen stimmen zu Teil Zwangsehen zu, um die Ehre der Familie nicht zu verletzen. In solchen Fällen gelangt das Gesetz an seine Grenzen.

Von diesen rechtlichen Lücken und den Schwierigkeiten sich in die Sitten und Bräuche des Landes einzufügen abgesehen, wirkt das Gesetz als Motor der gesellschaftlichen Veränderung und beweist die Bereitschaft der Frau mehr Freiheiten zuzugestehen. Der Einzug von Frauen zu einem Anteil von 31,6% in die algerische Nationalversammlung25 war somit erschütternd.

Bei anderen Themen und je nach Land bleibt der Staat jedoch, wie in Tunesien, für die Frauen freiheitsfeindlich, wenn der Vergewaltiger im Falle einer Vergewaltigung die Möglichkeit hat, sich zu entscheiden, sein Opfer zu heiraten, um das Gerichtsverfahren zu stoppen26

Dies zeigt, dass selbst wenn der Staat Gesetze erlässt, die sich an den aktuellen Forderungen orientieren, er in bestimmten Fragen eine Bremse für den Fortschritt sein kann. Oft wird davon ausgegangen, dass es erst seit kurzem Fortschritte auf dem Weg zu einer frauenfreundlichen Gesetzgebung gibt. Doch in Tunesien wurde schon 1956 der Personenstandskodex27 verabschiedete. Dies zeigt, dass die Gesetzgebung im Bereich der Frauenrechte in Tunesien weiter fortgeschritten ist als in den Nachbarländern28, obwohl es noch immer Gesetze gibt, die ebenso verwerflich sind wie in anderen Maghrebstaaten. So sind die Forderungen weitaus zahlreicher, als die sozio-religiösen Verankerungen, die im Maghreb faktisch über dem Gesetz stehen, Veränderungen zulassen. Den kulturellen und religiösen Aspekten nach dem Vorbild der Scharia wird als islamisches Gesetz, das auf dem Koran basiert, immer noch mehr Bedeutung beigemessen, als der staatlichen Rechtsordnung. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass all dies auf Fragen der Interpretation beruht29.

Die Unterstützung der Männer 

In diesem von Frauen geführten Kampf gegen die patriarchalische Unterdrückung der Gesellschaft treten Männer gegen jede Erwartung als Verbündete auf und leisten in vielfältiger Weise Unterstützung. Historisch gesehen haben eine Reihe von Persönlichkeiten eine Rolle bei der Entwicklung der Frauenrechte im Maghreb gespielt.

Tahar Haddad30 ist ein wichtiger tunesischer Schriftsteller der algerischen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Zwischen Militanz, Aktivismus, Gewerkschaftsbewegung sowie der Verteidigung der tunesischen Frauen und der Abschaffung der Polygamie ist er Autor von “Notre femme dans la législation islamique et la société” (Unsere Frau im islamischen Gesetz und der Gesellschaft 1930). Dieses Werk ist das Ergebnis der Ideen des Autors zur Emanzipation der Frau als Individuum und innerhalb der Familie. Er stellt fest, dass die muslimische Religion ursprünglich der Ansicht war, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte und Pflichten haben sollten, insbesondere im Bereich des Privateigentums. In der Praxis hatte sich jedoch eine Tradition entwickelt, nach der die meisten Frauen ihren Besitz ihren Ehemännern oder Vätern anvertrauten. In diesem Punkt fordert Haddad die Frauen auf, ihr Recht auf volle Kontrolle über ihr Eigentum einzufordern. Im Hinblick auf gerichtliche Verfahren argumentiert er, dass Frauen in der Lage sein sollten, Positionen innerhalb des Systems und als Zeuginnen zu bekleiden.

In Bezug auf die Bildung befürwortet es eine vollständige Schulbildung für Frauen und lehnt ihren Ausschluss vom Studium strikt ab. Seiner Ansicht nach sollten sie ihre Ausbildung abschließen können und uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen. Was die Ehe betrifft, so wollte er die Frauen von Zwangs- oder arrangierten Ehen befreien. Er glaubt, dass die Familie nicht vereint und erfüllt werden kann, wenn die Eltern das Schicksal ihrer Töchter gegen ihren Willen regeln.

Kurz gesagt, seine Arbeit hat es ermöglicht, seine Ideen in die Praxis umzusetzen. Sie stellt einen Anker dar, von dem aus weitere Fortschritte erfolgen können. Damals standen seine Prinzipien im Einklang mit denen des ägyptischen Denkers Kacem Amin, Autor von La Nouvelle Femme (Die neue Frau) (1990). In Tunesien wurden seine Ideen von den Konservativen nicht gut aufgenommen. Doch zur Zeit der Unabhängigkeit, als im August 1956 das Personenstandsgesetz verkündet wurde, fanden seine Vorschläge aufgegriffen.

Mohamed Chouikh31 ist ein algerischer Filmregisseur. Er bringt in seinen Werken eine besondere Sensibilität für die feministische Sache zum Ausdruck. Seine Filmproduktionen präsentieren verschiedene Epochen und Aspekte des Feminismus. Das Thema der Unterdrückung der Frauen wurde in La Citadelle (1989) angegangen, indem die Passivität und Frustration aufgezeigt wurde, die Frauen angesichts ihres täglichen Leidens verspüren. Darüber hinaus drückt er in seinem Film Youcef (1993) die Täuschung und den Verrat von Vätern und Ehemännern in den 1960er Jahren aus. In seinen späteren Werken wird er so seine “feministische Lücke” vervollständigen, indem er die Frau in Aktion zeigt, die Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, die revolutionäre Frau. Er erklärt sogar, dass es die Frauen waren, die am mutigsten kämpften, während die Männer zu Hause blieben. In Douar des femmes von 2005, kämpfen Frauen in Dörfern gegen Angreifer, während Männer in Fabriken arbeiten. Chouikh zeigt damit das Bewusstsein für ihre Bedeutung und ihren Status. Angesichts dieser Verhaltensweisen, die die Geschichte geprägt haben, ist es in Algerien üblich, zu sagen, dass die einzigen Männer des Landes in Wirklichkeit Frauen sind. Der Regisseur zeichnet sich somit durch sein Engagement für feministische Ziele aus, die er sich seit 1989, als er La Citadelle veröffentlichte, zu Herzen nimmt. Allerdings scheint es im Maghreb weniger Männer zu geben, die der feministischen Sache verbunden sind als in den westlichen Ländern, oder zumindest treten sie weniger oft öffentlich in Erscheinung.

Es ist auch interessant festzustellen, dass im Allgemeinen wenig darüber gesprochen wird, dass Väter und Ehemänner ihre Töchter und Frauen in ihren Anstrengungen unterstützen. Mohamed Chouikh argumentiert zu Recht, dass die Männer in dieser Gesellschaft, die für die Frauen in hohem Maße unterdrückend ist, paradoxerweise ein tiefes Unbehagen empfinden. Vor allem versucht er, mit dem Finger auf den Teufelskreis der Gesellschaft zu zeigen, der auf ungleichen und ungerechten Prinzipien beruht, auf Überzeugungen, die den Anspruch erheben, souverän zu sein, und deren Praktiken als gerecht angesehen werden. Das erklärt, warum Mohamed Chouikh in seinen Inszenierungen keine Trennung zwischen Männern und Frauen schafft, denn das Böse kommt nicht von Männern, die Ursache kommt von anderswo.

Aktionsmittel und ihre Wirkungsweisen

Die Sozialen Netzwerke

Anfang 2020 sorgte ein feministisches Kampagnenvideo für Aufsehen. Es zeigt Cynthia Nixon, eine bekannte Schauspielerin aus dem Film Sex and the City.  Sie haben sicherlich gesehen, wie es in sozialen Netzwerken zirkulierte, wie es geteilt und dann umgestaltet wurde und wie es zahlreiche Reaktionen hervorrief. Dies ist der Videoclip “Sei eine Dame, sagten sie”32. Die Originalversion in Englisch wurde in einer von Jeel Media ausgestrahlten Version für marokkanische Frauen “Be a lady” in Marokkanisch33 wiedergegeben. Dieser ist auf die Sitten ihrer Gesellschaft und den sozio-religiösen Rahmen, dem sie angehören, angepasst. Sie erinnert an die Unterordnung der Frauen unter ihre Ehemänner und insbesondere an den Druck der Gesellschaft und der Familie, der junge Frauen dazu drängt, schon sehr früh zu heiraten und zu gebären. Darüber hinaus kündigen Verweise auf die muslimische Religion in Bezug auf den islamischen Schleier und die Präsenz Allahs an, dass der Rahmen für den sozio-religiösen Rahmen der Maghreb-Länder eine Besonderheit darstellt. Zum Beispiel darf die Frau ihrem Mann nicht die Stirn bieten oder muss geduldig bleiben und zu Allah beten, dass ihr Mann nicht mehr die Hand gegen sie erhebt. Außerdem sollte sie keine “alte Jungfer” bleiben und so bald wie möglich heiraten.

Dieses Video hatte eine bemerkenswerte Wirkung und ermöglichte es den Maghreb-Frauen, sich selbst zu hinterfragen. Es unterstütze sie aber auch hinsichtlich ihrer Rolle in der Gesellschaft, ihrer Familie und innerhalb ihrer Ehe; denn diese Worte hören sie täglich. Es ist ein Thema, das sie nie verlässt, ihr Unbehagen nährt, aber gleichzeitig das Publikum um sich versammelt und ihnen die Schlüssel zur Emanzipation gibt. Auch weitere Produktionen haben der Sache der Frauen im Maghreb gedient, wie die von Jeel Media34 produzierten Erklärvideos über Straßenschikanen in Marokko.

Die Bildung

Emile Durkheim, der Gründervater der Soziologie, gibt folgende Definition von Bildung: “Bildung ist die Handlung, die von den erwachsenen Generationen gegenüber denjenigen ausgeübt wird, die noch nicht reif für das gesellschaftliche Leben sind. Ihr Zweck ist es, in dem Kind eine bestimmte Anzahl körperlicher, geistiger und seelischer Zustände zu wecken und zu entwickeln, die von der politischen Gesellschaft als Ganzes und von dem sozialen Umfeld, für das es besonders bestimmt ist, von ihm verlangt werden35. Mit anderen Worten: Bildung bedeutet die Vermittlung von Wissen, das als wesentlich für die Entwicklung eines Kindes angesehen wird, damit es sich in die Gesellschaft integrieren kann. In muslimischen Ländern ist die Schulbildung von Mädchen jedoch nach wie vor nicht selbstverständlich, obwohl die Ungleichheiten in den letzten Jahren tendenziell abgenommen haben. So schrieb beispielsweise die Journalistin Claire Levenson für die Zeitschrift Slate.fr: “Die Bildungskluft zwischen Männern und Frauen hat sich in den letzten Jahren deutlich verringert. Tatsächlich betrug die durchschnittliche Schulzeit für muslimische Frauen, die zwischen 1936 und 1955 geboren wurden, zweieinhalb Jahre, verglichen mit viereinhalb Jahren für Männer. Für die Generation, die zwischen 1976 und 1985 geboren wurde, betrug der Abstand nur ein Jahr36. In derselben Studie fügt sie später an: “Auf globaler Ebene stieg die Rate der muslimischen Frauen, die noch nie eine Schule besucht hatten, von 64 Prozent für die zwischen 1935 und 1955 geborene Generation auf 33 Prozent für die zwischen 1976 und 1985 geborene Generation.” Damit hat sich die Alphabetisierungsrate von Mädchen in muslimischen Ländern deutlich verbessert, sie bleibt aber steigerungsfähig.

Obwohl der Koran Bildung für alle befürwortet37, glauben einige Leute, dass Frauen nicht zur Schule gehen müssen und dass es ihre Aufgabe ist, sich um die Kinder, ihre Ehemänner und das Haus zu kümmern. Die Herausforderungen, Mädchen in die Schule zu bringen, sind vielfältig. Zunächst einmal ist das Recht auf Bildung ein universelles Menschenrecht, das sowohl in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 als auch in der Konvention über die Rechte des Kindes von 1989 (Artikel 2, 9, 28 und 29) garantiert wird. Darüber hinaus fördern die Artikel 1 und 10 des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau auch den gleichberechtigten Zugang von Jungen und Mädchen zur Bildung. Diese Verträge wurden alle in den Maghreb-Ländern unterzeichnet oder sind zumindest in Kraft getreten38. Es ist daher unerlässlich, diese Verpflichtungen im Namen des Völkerrechts einzuhalten.

Darüber hinaus trägt die Ausbildung von Mädchen zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und zur sozialen Stabilität bei. Durch Bildung trägt die Regierung zum Abbau der Arbeitslosigkeit, aber auch zur Verringerung der Geburtenrate bei, was zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes führt. Frauen werden zu zusätzliche, qualifizierte Arbeitskräfte und können auch eine andere Perspektive einbringen und für viele Sektoren einen Gewinn darstellen.

Hinzu kommt, dass Frauen sich durch Bildung selbst verteidigen und ihre Rechte schützen können. Die Forscherin Leïla Tauil erinnert uns in ihrem Interview mit France Culture daran, dass es “die Unwissenheit [ist], die Frauen so lange in einem Zustand der Unterwerfung gehalten hat39. Abdessalam Yassine beschwört in seinem Buch Islamiser la modernité (Die Modernität islamisieren) die gleiche Idee: “Die muslimische Frau muss ihre Rechte kennen lernen. Bewusst und gut informiert, muss sie deren Anwendung einfordern. Niemand sonst kann dies an ihrer Stelle tun40. Wenn man sich seiner Rechte nicht bewusst ist, kann man nicht  für sie einzutreten. So entstanden die ersten feministischen Forderungen, als die Frauen Ende des 19. Jahrhunderts ein höheres Bildungsniveau erreichten.

Die von Frauen geführten Aktionen

Zunehmend werden feministische Aktionen in den Medien publik gemacht. Regisseurinnen, Komikerinnen, Autorinnen und Journalistinnen mobilisieren und unterstützen Frauen, damit sie sich durchsetzen und einen eigenen Platz finden können. In Annaba, einer Stadt im Osten Algeriens, rief eine Gruppe von Frauen als Reaktion auf salafistische Drohungen dazu auf, in Bikinis zu schwimmen. Offiziell verbietet das algerische Recht Frauen in keiner Weise, in Bikinis zu schwimmen41. Frauen sind jedoch zahlreichen Urteilen über die Art und Weise, wie sie sich kleiden, unterworfen – auch von salafistischen Aktivisten. Obwohl es im Gesetz nicht vorgesehen ist, sind Bikinis im Allgemeinen durch sozialen Druck verboten. Kamel Daoud42, ein algerischer Schriftsteller und Journalist, sprach bereits 2016 in der New York Times über dieses Thema, dem sexuellen Elend in der arabischen Welt. Als Vater, Ehemann, Bruder, aber auch Sohn wuchs er in der Tat in einer Gesellschaft auf, in der sexuelles Verlangen ein Problem ist. Er verteidigt die Idee, dass Frauen, aber auch Männer, sich in einer Gesellschaft der Frustration wiederfinden, in der es unmöglich ist, ins Kino zu gehen, Händchen zu halten und sich auf öffentlichen Plätzen zu küssen. Das sexuelle Elend geht also über die enge Bedeutung der sexuellen Frustration hinaus: Es induziert kulturelles Elend, das sich auch auf religiöser Ebene auswirkt. Für ihn ist dieses Problem der Sehnsucht nach der Welt die Hauptquelle, die den islamistischen religiösen Radikalismus geschürt hat und vielfältige Formen der Gewalt gegen Frauen produziert. Letztere leiden in gewisser Weise unter dem Kampf der maghrebinischen Gesellschaft gegen die Vorstellungen und Weltanschauungen.

Darüber hinaus ermöglicht es diese Art von Aktionen, die Mängel des betreffenden Landes auf internationaler Ebene durch Medien aufzuzeigen. Auch wenn also nur wenige Frauen die oben vorgeschlagene Initiative durchgeführt haben, bleiben Aktionen wie diese unerlässlich. Denn sie ermöglichen es, die gesellschaftliche Unterdrückung der Frauen anzuprangern. Allein die Berichterstattung in den Medien ist bereits ein kleiner Sieg, ein Zeichen der sozialen Rebellion für freiheitsstrebende Frauen.

Ähnlich wirkte ein Fall im August 2017 in Marokko. Dort erlangte ein Video, das einen sexuellen Übergriff auf eine junge geistig behinderte Frau zeigte, mediale Aufmerksamkeit. Sie wurde in einem Bus in Casablanca von einer Gruppe von Menschen angegriffen. Das Video wurde weit bekannt und schockierte sein Publikum. Sexuelle Übergriffe auf Frauen wiederholen sich in Marokko, und die Weitergabe von Informationen durch die internationalen Medien hat zu einer schnellen Festnahme der Angreifer und zu einer ausländischer Unterstützung für marokkanische Frauen geführt. Diese Unterstützung ist wichtig, weil sie eine treibende Kraft für ihre Demonstrationen darstellt und ihnen Mut und Entschlossenheit verleiht, ihre Forderungen durchzusetzen.

In Marokko, aber auch in Algerien, werden Frauen zunehmend politischer. Sie werden sich ihres Wertes in der Gesellschaft und der Ungerechtigkeiten, deren Opfer sie sind, bewusst. Ihre Rollen als Frauen, die von Normen bestimmt werden, haben sich gewandelt: Sie reihen sich nun auf der Straße ein, von wo aus sie protestieren, mit der mehr oder weniger großen Unterstützung ihrer Familien.

Fazit

Die Situation der Frauen im Maghreb ist nach wie vor sehr schwierig zu erfassen. Zunächst einmal gibt es mehrere Gesetze mit unterschiedlichen Grundlagen, von denen jedes ein bestimmtes Verhalten vorschreibt, die sich manchmal widersprechen können. Auf der einen Seite gibt es das Zivilrecht, das versucht, sich gegenüber der vom Koran vertretenen Religion, der Sittenlehre, durchzusetzen. Die Situation kann jedoch nicht richtig verstanden werden, wenn wir nicht die Bedeutung der Sitten und Gewohnheiten eines jeden Menschen berücksichtigen, die zur Entwicklung impliziter Normen beitragen, die für die muslimischen Gesellschaften des Maghreb charakteristisch sind. In dem Versuch, mit diesen eingefahrenen Traditionen zu brechen, entwickeln verschiedene Akteur*innen Strategien. Feministinnen setzen sich für Gleichberechtigung ein, indem sie Legitimität durch die heiligen Texte des Korans anstreben, und können auch auf den Staat zählen, der sich durch die Verabschiedung neuer Gesetze zunehmend an der Anerkennung ihrer Rechte beteiligt. In patriarchalischen Gesellschaften, in denen Frauen nicht genug Gehör geschenkt wird, ist es wichtig, Verbündete unter den Männern zu finden, um ihre Worte weiterzugeben und zu verbreiten. Die Aktivist*innen stützen sich auf verschiedene Mittel, wie soziale Netzwerke und die Schlagkraft von Medien, Bildung für alle sowie von Feministinnen geführte “Schock”-Kampagnen, um die Menschen zur Reaktion zu bewegen.

Das Aufkommen radikaler islamistischer Strömungen erweist sich jedoch zunehmend als Haupthindernis für die Veränderung der Sitten und den Fortschritt der Gleichstellung der Geschlechter. Das auffälligste Beispiel ist der Mordversuch islamistischer Terroristen, der Taliban, an der jungen pakistanischen Aktivistin Malala Yousafzai43. Sie war 2012 in der Nähe ihrer Schule mit einer Pistole angegriffen worden, und ihre Geschichte wurde auf der ganzen Welt verbreitet. Im Jahr 2014 erhielt sie im Alter von nur  17 Jahren den Friedensnobelpreis.

QUELLENVERZEICHNIS

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Um den Artikel zu zitieren:

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©Photo by Mihai Surdu on Unsplash

Translated by Eike Hinrichsen

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4 Traduction proposée par Dr. AL AJAMÎ. (2018). Egalité homme-femmes selon le Coran et en Islam. alajami.fr. [online] 25 Jan. verfügbar unter: https://www.alajami.fr/index.php/2018/01/25/egalite-homme-femme-selon-le-coran-et-en-islam/ [aufgerufen am 31 Aug. 2020]. Deutsche Version: http://islam.de/13827.php?sura=4.
5 Hier bezieht sich das Erbschaft auf das Testament einer Person, mit dem sie ihr Eigentum vererbt. Das Vermächtnis bezieht sich auf nach dem Tod verfügbares Vermögen – weil kein Testament verfasst wurde oder weil ein Teil  nicht im Testament erwähnt ist. Dieser Besitz wird nach den Regeln im Koran aufgeteilt.
6 Ein ehemaliger Jurist, dann unabhängiger Kandidat bei den tunesischen Präsidentschaftswahlen, der behauptet gegen das System zu sein. Am 13. Oktober 2019 wurde er mit 72,71% der Stimmen zum Präsidenten gewählt.
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25 Ministère de l’Intérieur et de Collectivités locales. n.d.  Loi Organique n° 12-03 Du 12 Janvier 2012 Fixant Les Modalités Augmentant Les Chances D’Accès De La Femme À La Représentation Dans Les Assemblées Élues (JO n° 01). [online] verfügbar unter: https://www.interieur.gov.dz/index.php/fr/elections/225-elections-legislatives-10-mai-2012/dispositif-l%C3%A9gislatif-et-r%C3%A9glementaire/604-loi-organique-n%C2%B0-12-03-du-12-janvier-2012-fixant-les-modalit%C3%A9s-augmentant-les-chances-d%E2%80%99acc%C3%A8s-de-la-femme-%C3%A0-la-repr%C3%A9sentation-dans-les-assembl%C3%A9es-%C3%A9lues-jo-n%C2%B0-01.html [aufgerufen am  24 Aug. 2020].
26 N.D. (2016). La justice tunisienne valide le mariage d’une fille de 13 ans et du violeur dont elle est enceinte. francais.rt.com. [online] 14 Dec. verfügbar unter: https://francais.rt.com/international/30643-justice-tunisienne-autorise-mariage-fille-13-ans-homme-mise-enceinte [aufgerufen am  24 Aug. 2020].
27 Legislation.tn. n.d. [online] verfügbar unter: http://www.legislation.tn/sites/default/files/codes/Statutpersonnel.pdf [aufgerufen am  24 Aug. 2020]
28 BELKAID, A. (2019). Femmes et héritage en Tunisie, l’échec d’une réforme. lemonde-diplomatique.fr. [online] verfügbar unter: https://www.monde-diplomatique.fr/2019/08/BELKAID/60165  [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
29 BOIREAU, M., (2011). Qu’est-ce que la charia ? camintéresse.fr. [online] verfügbar unter: https://www.caminteresse.fr/economie-societe/quest-ce-que-la-charia-117578/  [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
30 N.D. (2019) HISTOIRE – Tahar Haddad, militant et féministe d’avant-garde. lepetitjournal.com. [online] verfügbar unter: https://lepetitjournal.com/tunis/actualites/histoire-tahar-haddad-militant-et-feministe-davant-garde-53811  [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
31 DERFOUFI, M. (2019). Entretien avec Mohamed Chouikh. delautrecote.org. [online] verfügbar unter: https://www.google.fr/amp/s/delautrecote.org/2019/06/17/entretien-avec-mohamed-chouikh/amp/ [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
32 DUBE, A. (2020). De Weinstein À «Be A Lady They Said» : Le Cri Du Coeur Des Femmes. canalvie.com. [online] verfügbar unter: https://www.canalvie.com/sante-beaute/bien-etre/be-a-lady-femme-1.10607103  [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
33 Moroccan Ladies. (2020). “Sois Une Femme-كني امرأة”, The Awareness Campaign Combating Violence Against Women – Moroccan Ladies. [online] verfügbar unter: https://moroccanladies.com/breaking-news/sois-une-femme-%D9%83%D9%86%D9%8A-%D8%A7%D9%85%D8%B1%D8%A3%D8%A9-awareness-campaign-combating-violence-women-31869  [aufgerufen am 22 Aug. 2020].
34 Jeel. (2019). Episode 1 : Le Harcèlement de rue au Maroc. Jeel Media. facebook.com. [online] verfügbar unter: https://www.facebook.com/watch/?v=512453952859552&extid=B1Hy4g7mLKHQZ0kQ [aufgerufen am 24 Aug. 2020].
35 DURKHEIM, E. (1911).  « Education », in Buisson F. Nouveau dictionnaire de pédagogie. Paris. Ed: Hachette.
36 LEVENSON, C. (2017). Les femmes musulmanes sont désormais presque aussi éduquées que les hommes. Slate.fr. [online] verfügbar unter: http://www.slate.fr/story/132983/femmes-musulmanes-education [aufgerufen am 26 Aug. 2020].
37 “Ein Hadith spricht: Das Streben nach Wissen ist eine Verpflichtung für jeden Muslim’, und der Islam verlangt von den Eltern, für die materielle Versorgung ihrer Kinder zu sorgen und ihre intellektuelle und moralische Entwicklung zu gewährleisten, indem sie ihnen die notwendige Lehre und Erziehung zukommen lassen, um ihre Integration in die Gesellschaft zu fördern. Bildung umfasst einerseits den Religionsunterricht und andererseits eine Allgemeinbildung, die es dem Einzelnen ermöglicht, sich in die Gesellschaft zu integrieren, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und seine Würde zu wahren. Er umfasst auch alle Wissenschaften, die für die Gesellschaft, in der er lebt, nützlich sind.” OTHMAN ALTWAIJRI, A. (2014). La femme en islam et son statut dans la société islamique. Société, droit et religion (n° 4). [online] Jan. verfügbar unter: https://www.cairn.info/revue-societe-droit-et-religion-2014-1-page-15.htm [aufgerufen am 26 Aug. 2020].
38 Einige Staaten, die den Vertrag bei seinem Inkrafttreten 1981 nicht unterzeichnet hatten, halten ihn auch heute noch ein, auch ohne ihn unterzeichnet zu haben. Heute sind die einzigen Länder, die die Konvention nicht anerkennen, Tonga, der Vatikan, Somalia, der Iran und der Sudan.
39 BENCHEIKH, G. (2019). Le féminisme islamique est-il oxymorique ? in Question d’islam. franceculture.fr. [online] 27 Jan. verfügbar unter: https://www.franceculture.fr/emissions/questions-dislam/le-feminisme-islamique-est-il-oxymorique [aufgerufen am 26 Aug. 2020].
40 ABDESSALAM, Y. (1998). Islamiser la modernité, Casablanca, Ed: al Ofok impressions.
41 ABDESSALAM, Y. (1998).  Islamiser la modernité, Casablanca, Ed: al Ofok impressions.
42 ABDESSALAM, Y. (1998). Islamiser la modernité,  Casablanca, Ed: al Ofok impressions.
43 YOUSAFZAI, M. (2013). Moi, Malala, je lutte pour l’éducation et je résiste aux talibans. Paris, Ed: Hachette.

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