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“Konversionstherapien” zielen darauf ab homosexuelle oder transsexuelle Menschen zu “heilen”. Aufgekommen waren diese “Therapien” im 19. Jahrhundert. Sie erlebten einem Aufschwung als streng religiöse Gruppen in den USA sie sich in den 1970er Jahren zu eigen machten. Trotz der offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen, die durch diese sogenannten “Therapien” verursacht werden, bleiben sie der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Die wenigen kulturellen und medialen Darstellungen der “Therapien”, bilden die Pluralität der Bekehrungspraktiken unzureichend ab. Noch gravierender ist, dass diese Praktiken von den meisten Staaten ignoriert werden und viel zu wenige, sie trotz der Warnungen internationaler Organisationen gesetzlich nicht verbieten.

Bis 1990 hat es gedauert, dass die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization oder WHO) die Homosexualität von der Liste der geistigen Krankheiten nahm und bis 2019 bis sie dasselbe mit der transsexuellen Identität tat – unter dem Begriff der “Geschlechtsungleichheit”. Dennoch werden weltweit immer noch Praktiken ausgeübt, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung (von homosexuell zu heterosexuell), die Geschlechtsidentität (von transgender zum Geburtsgeschlecht) zu verändern oder das homosexuelle Begehren zu hemmen (erzwungene Abstinenz): diese werden als “Konversionstherapien” bezeichnet.

Die ersten Konversionstherapien kamen vermutlich im späten 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten auf. Es war die Zeit, in der Mediziner und Psychiater den Begriff “Homosexualität” erfanden, um zu beschreiben, was sie für eine Kopfkrankheit hielten. Zur Behandlung versuchen diese Ärzte, den angeblich infizierten Bereich des Gehirns mit operativen Eingriffen (Lobotomien), Elektroschocks, Erbrechen oder Testosteronbehandlungen zu heilen.

In den 1970er Jahren begann die nordamerikanische evangelische Kirche sich dem Phenomen anzunehmen, indem sie die ersten “Konversionstherapien” anbot. Mehrere Bewegungen gründeten sich dazu: “Exodus”, “Courage” und auch “Desert Stream Living Waters”. Sie rechtfertigen ihre Verurteilung der Homosexuealität mit Auszügen aus der Bibel. Homosexuelle Personen gelten als sündig, psychisch und geistig abnormal und ihre Handlungen werden als “widernatürlich” qualifiziert. An der Spitze dieser Organisationen stehen oft sogenannte “ehemalige Homosexuelle”, die behaupten, dass sie dank dieser “Therapien” und intensiven religiösen Praxis geheilt seien. Diese Bewegungen kamen in den 1990er Jahren nach Frankreich und expandieren über die nationalen Grenzen hinaus, als ehemalige Mitglieder ermutigt wurden, ins Ausland zu reisen, um mit lokalen Kongregationen in Kontakt zu treten und neue Zweige zu eröffnen. Heute werden “Therapien” meist den Eltern angeboten, die über die Entdeckung der Homosexualität ihres Kindes verzweifelt sind.

Im Laufe ihrer Entwicklung kamen Elemente aus weiteren Disziplinen zur “Therapie” hinzu, die sich insbesondere auf die Prinzipien der Psychoanalyse stützen. Zwischen Religion und Pseudo-Psychologie werden Gebet und “Therapie” vermischt und von religiösen Gruppen, aber auch von Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Sexualwissenschaftler*innen, Trainer*innen, Berater*innen usw. angeboten. Die “Therapien” basieren auf der Idee, dass Homosexualität eine Wahl und kein natürliches menschliches Verhalten ist, oder dass es um eine Pathologie geht, deren Ursache gefunden werden sollte (Trauma, sexueller Missbrauch, abwesende Eltern.…). Männliche Homosexualität wird oft mit Pädophilie oder Perversion in Verbindung gebracht.

Erstaunlicherweise werden Patient*innen, besonders in Frankreich, in der Regel mit viel Mitgefühl behandelt. Die Organisationen geben vor, aus selbstlosen Motiven zu handeln; sie wollten die Freiheit der Menschen verteidigen, um ihnen zu ermöglichen den “homosexuellen Lebensstil” zu verlassen. Indem ihnen geholfen wird eine “wahre Frau” oder ein “wahrer Mann” zu werden, würden sie auf den “richtigen Weg” gebracht und so von jeglicher Abnormalität befreit. Damit beruhen die “Therapien” auf einem falschen Verständnis – einer Vermischung – von Geschlechterausdruck und sexueller Ausrichtung: Die männliche Homosexualität komme eigentich von einem Scheitern des Mannsein, und die weibliche Homosexualität komme von einem Scheitern des Frausein.

Die eigene Entscheidung, mangelnde Männlichkeit, eine durch ein Kindheitstraumata verursachte Krankheit, die Besessenheit durch den “Dämon der Homosexualität”… Die Gründe, die den Homosexuelllen für eine “Therapie” genannt werden, sind ebenso vielfältig wie ihre Methoden. “Behandlungen” können Psychotherapie, Sprechgruppen, Heilungsgottesdienste, Übungen, archaische religiöse Lehren über Geschlechterrollen oder die Stellung der Frau usw. sein. Minderjährigen werden in Konversions-Jugendlager geschickt und Erwachsene nehmen an Seminaren teil; andere werden zu regelmäßigen Versammlungen eingeladen…

Des Weiteren gibt es auch aversivere Methoden, die z.B. darauf abzielen, eine Ablehnung von sexuellen und romantischen Vorlieben zu etablieren, indem ein negativer Reiz (Elektroschock, Schmerz, drogenbedingte Übelkeit usw.) mit homosexuellen Inhalten (pornografische Bilder) gekoppelt wird. In Extremfällen werden Patient*innen Testosteron-Injektionen verabreicht oder dem Exorzismus unterzogen. Sie werden eingesperrt und gezwungen zu fasten und nicht zu schlafen, um “den Dämon zu schwächen.” In solchen Situationen werden psychologische oder pseudo-wissenschaftliche Erklärungen zugunsten einer mystischen Rechtfertigung aufgegeben.

Es ist äußerst schwierig, die Anzahl der Opfer dieser Praktiken zu schätzen, da sie meist im Verborgenen durchgeführt werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die religiösen Organisationen, die sie anbieten, in ca. 40 Ländern vertreten sind. Laut einer Untersuchung der Rechtsabteilung der amerikanischen Universität UCLA vom Januar 2018, haben 698 000 LGBTQI+ im Alter von 18 bis 59 Jahren in den Vereinigten Staaten eine oder mehrere “Konversionstherapien” durchgemacht, davon 59 000 vor der Volljährigkeit. In Frankreich betrafen 4,2 % der Anrufe auf der Telefonleitung des Vereins Le Refuge im Jahr 2019 “Konversionstherapien”, d. h. neun bis zehn Anrufe pro Monat, von denen die Hälfte religiöse “Therapien” betrafen. 

Es muss festgestellt werden, dass diese “Konversionstherapien”, die aus einer anderen Zeit stammen, noch heute einen großen Teil der homosexuellen Gemeinschaft in der Welt betreffen.

“Therapien” mit desaströsen psychologischen Folgen

“Konversionstherapien” werden von Psychologen und religiösen Praktiker*innen, die sie anbieten, als “Reparative Therapien” bezeichnet. Dies suggeriert, dass bei allen nicht heterosexuellen, nicht dem Zisgender oder den Geschlechterstereotypen entsprechenden Personen etwas moralisch oder pathologisch nicht in Ordnung wäre.

Als die “Konversionstherapien” aufkamen, wurden vor allem “Schocktherapien” und chirurgische Eingriffe in das Gehirn (Lobotomien) durchgeführt. Heute entscheiden sich die selbsternannten “Therapeut*innen” eher für psychologische Taktiken und nutzen die Scham der Betroffenen als Hauptwaffe.

Vielen LGBTQI+ Menschen, die sich in den Lagern befinden oder “Therapien” machen, tun dies aus Schamgefühl oder wurden von ihren Familien dazu gezwungen. “Therapeuten*innen” konzentrieren sich auf ihre Ängste, ihre Scham und ihren Selbsthass und verstärken diese Gefühle. Ein Mann sagte beispielsweise aus, dass er gezwungen war, seinen eigenen Kot in Flaschen abzufüllen und ihn anzustarren, um die unbewusste Konnotation von Schmutz mit homosexuellem Geschlechtsverkehr in Verbindung zu bringen. Den Patient*innen werden auch Pillen und Drogen wie Ketamin verabreicht. Dies zielt darauf ab, ein negatives Gefühl mit “homosexuellen Verlangen” zu verbinden; hält letzteres an werden die Dosen erhöht. Die Therapeut*innen verbinden die Vorstellung, homosexuell oder transsexuell zu sein, mit einer traumatischen Kindheitserfahrung oder dem Fehlen eines ideellen Elternpaares. So zwingen sie die Patient*innen, eine Selbstbeobachtung durchzuführen, um herauszufinden, was sie dazu gebracht hat ein*e “sexuelle*r Abweichler*in” zu werden. Dies führt bei den Patient*innen zu Angstzuständen.  Sie sind gezwungen, sich ein Trauma in ihrem Leben auszudenken, was zu Angstattacken und Selbstmordgedanken führen kann. Die “Therapeut*innen” klammern sich an Erinnerungen und Gefühle und benutzen sie gegen die Patient*innen, um sie zu demütigen und psychologisch zu foltern, damit sie Homosexualität mit Schmerz, Leid und Scham assoziieren.

Nur zu behaupten, dass Konversionstherapien missbräuchlich sind, ist in den Augen eines*r Überlebenden eine Untertreibung: Es ist physische und psychische Folter, die dauerhafte Auswirkungen haben kann. Überlebende bezeugten starke Tränenausbrüche, Panikanfälle und ständige Selbstmordgedanken, die zu Selbstverletzungen führen. Die Überlebenden leiden unter andauernder Angst, was sich aufgrund der schädlichen Drogen und der “Aversionstherapie”, bei der ein schmerzhaftes Gefühl mit einem Bild oder einer Idee assoziiert wird, auf ihr zukünftiges Sexualleben auswirkt. Dies macht es diesen Menschen unmöglich, ein erfülltes Leben zu führen. Diese “Therapien” können so weit gehen, dass ein Kind oder ein Erwachsener wiederholt geschlagen wird, während sie Verse aus einem heiligen Text oder aus Gebeten rezitieren. Bei Minderjährigen führt dies zu Misstrauen gegenüber Autoritätspersonen und zum Verlust des Selbstwertgefühls.

Es kann auch festgestellt werden, dass die Menschen, die diese Lager oder Konversionszentren leiten, vor allem in den Vereinigten Staaten, oft behaupten, sie hätten in ihrer Jugend mit ihrem “homosexuellen Verlangen” gekämpft und wären es dann “losgeworden”. Es kann nur vermutet werden, dass dies das Ergebnis von Jahren des Selbsthasses und der Gefühle ist, die durch das Fortbestehen schädlicher Stereotypen wie “homosexuelle Männer sind zu verweichlicht” erzeugt wurden. Während der “Therapiesitzungen” sind Männer manchmal gezwungen, sich an “Umkleidekabinengesprächen” zu beteiligen, bei denen in der Regel auf erniedrigende Weise über Frauen gesprochen wird, als wären sie bloße Sexobjekte. Möglicherweise werden sie auch gezwungen, nackt zusammen zu sein, um eher ein Gefühl erzwungener Brüderlichkeit als sexueller Anziehung zu fördern. Die oben erwähnten und viele weitere Taktiken werden als Mittel genutzt, um sie zu mehr Männlichkeit zu zwingen. In den letzten Jahren haben sich viele dieser sogenannten “geheilten” Männer, die Lager und Bekehrungszentren leiten, tatsächlich als homosexuell erwiesen. Manchmal bereuen sie sogar, Menschen etwas angetan zu haben, das, wie sie selbst zugeben, niemals funktionieren wird und nur Schmerzen verursacht.

Es ist jedoch anzumerken, dass in Frankreich die meisten aktuellen “Therapien” in wohlwollender Weise präsentiert werden und meistens in Form von Diskussionsgruppen, konfessionellen Sitzungen oder Gebeten und Bibellesungen stattfinden. Sie vermitteln, dass das Ziel tatsächlich darin bestünde, den Teilnehmern zu helfen, damit sie “von ihrem Leid befreit” würden, das mit ihrer Orientierung oder ihrem als “abartig” geltenden Geschlecht zusammenhängt.

Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass LGBTQI+-Jugendliche besonders anfällig für psychische Gesundheitsprobleme sind. Beispielsweise zeigen Umfragen unter nicht-heterosexuellen und nicht-zisgender amerikanischen Jugendlichen, dass bei ihnen die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuchs zwei- bis siebenmal höher ist. Diese alarmierenden Zahlen stehen vor allem im Zusammenhang mit Homophobie, ob sie nun verinnerlicht ist oder von anderen kommt, ihren Beitrag leisten aber auch Diskriminierung, Stigmatisierung, Belästigung, Gewalt…

Gemäß einer Studie der American Psychological Association würde eine “Konversionstherapie” das Selbstmordrisiko um das Fünffache erhöhen. Es ist daher klar, dass diese Praktiken, die die Ablehnung durch die Familie und die soziale Stigmatisierung fördern, die ohnehin schon dramatischen Zahlen zur psychischen Gesundheit von LGBTQI+-Jugendlichen noch verschlimmern.

Verurteilen Religionen wirklich Homosexualität und Transidentität?

Religiöse Texte und religiöse Institutionen müssen in ihrer Betrachtung unbedingt voneinander getrennt werden. 

Weibliche Homosexualität und männliche Homosexualität werden in den heiligen Texten der Monotheismen nie explizit erwähnt. Es handelt sich vielmehr um moderne Konzepte. Im antiken Griechenland hingegen werden homosexuelle und pädiatrische Praktiken erwähnt. Die Verurteilung der Homosexualität durch die Kirche beruht auf den Werken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo, der zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert gelebt hat. Seine Interpretation von Kapitel 19 des ersten Buchs Mose über den Zwischenfall zwischen Lot, Neffe von Abraham, und den Männern von Sodom ist eindeutig, aber die biblische Episode ist nicht so explizit. Zur Erläuterung: 

Gott entsendet zwei Engel, um zu überprüfen, ob die Sünde des Volkes von Sodom “schwer” ist. Sie werden bei Lot empfangen und untergebracht. Hier der Text in einer der möglichen Übersetzungen1:

“Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir Kontakt mit ihnen aufnehmen können.”(Gen 19,4-5)

In anderen Übersetzungen endet der letzte Satz mit “zu uns, um sie zu missbrauchen” oder “zu uns, daß wir sie erkennen”. Dabei muss daran erinnert werden, dass “kennen” biblisch “Sex haben” bedeutet. Im hebräischen Originaltext wird der Begriff yada verwendet, um die Bitte um ein Treffen zu formulieren, die die Männer von Sodom an die Engel richten. Es bedeutet, zwar wissen, aber auch, jemandem kennen lernen oder sogar in mehreren Fällen Gott zu begegnen. Es ist also nicht sicher, dass der ursprüngliche Text auf den Wunsch nach Geschlechtsverkehr anspielt, aber dies bleibt die weit verbreitete Interpretation.

Lot bot seine beiden jungfräulichen Töchter zum Tausch an, aber die Einwohner lehnten dies ab. Die Engel, um Lot zu beschützen, brachten sie in das Haus und “schlugen die Bewohner mit Blindheit” (Mose 19:11). Überzeugt von dem Verbrechen des letzteren vernichtete Gott dann Sodom und seine Nachbarstadt Gomorra mit “Schwefel und Feuer” (Mose 19:24). Mose 19:24). Aus Angst, keinen Nachwuchs bekommen zu können (aus Mangel an Männern), machten die Töchter des Lot ihren Vater betrunken, damit sie mit ihm schwanger werden konnten. (siehe Genesis 19:31-38) Sie zeugten damit den Erstgeborenen Moab und den Jüngsten Ben-Ammi.

Die Sünde der Männer von Sodom ist laut der Bibel demnach nicht die anale Penetration, sondern die rituelle Vergewaltigung und Pädophilie (es wäre besser, heute über Pädokriminalität zu sprechen). In den Sitten des antiken Griechenland galt dies als normal oder sogar wertvoll. Das System der Päderastie bestand in der Ausbildung junger Männer durch ältere, ins Stadtstaat ansässige Bürger. Diese Erziehung war kulturell, aber auch sexuell und versicherte ihnen einen relativen sozialen Aufstieg. In der Bibel ist die Sünde der Bewohner von Sodom zudem auch mit der Ablehnung der Gastfreundschaft verbunden. 

Lot’s Sünde besteht darin, seine Töchter angeboten zu haben. Aber was ist die Sünde des Volkes von Lot, die im Koran erwähnt wird? Es sei daran erinnert, dass der Islam im 8. Jahrhundert nach Christus entstand, als die Interpretation von Augustinus von Hippo bereits seit fast vier Jahrhunderten im Mittelmeerraum verbreitet worden war.

Im Koran ist die Rolle von Lot, dort Lūṭ geschrieben, etwas anders. Er wird von Gott gesandt, um eine bestimmte Sünde zu verurteilen. So lauten Vers 54 und 55 der Sure Naml 27: “Und (Wir sandten) Lūṭ. Als er zu seinem Volk sagte: “Wollt ihr denn sehend(en Auges) das Abscheuliche begehen. Laßt ihr euch denn wahrlich in Begierde mit den Männern ein anstatt mit den Frauen? Aber nein! Ihr seid Leute, die töricht sind””.

Der Begriff “Turpitude” (“das Abschäuliche”) kommt in den Suren 7, 26, 27 und 29 vor. Er wird in allen fransösischen Übersetzungen des Korans, die für die Abfassung dieses Artikels herangezogen wurden, direkt mit “[Homosexualität]” in der Klammer von Sure 27, Vers 54 in Verbindung gebracht2.

In der Sunna berichtet Ibn Abbas über die Worte des Propheten, der erklärte: “Verflucht ist, wer tut, was das Volk Lots getan hat”. (berichtet von Ahmed und beglaubigt von Scheich Albani in Sahih Al Jami Nr. 5891).

Wie eben erläutert, klaffen die Rolle von Lot im Alten Testament und im Koran auseinander. Die Verurteilung der Homosexualität im Islam ist die Verurteilung des Verhaltens von “Lots Volk” oder “die Leute Lots”. Es geht also nicht um das Verhalten von Lot, sondern um das seiner Leute. Hier divergieren die beiden heiligen Texte. Lot stammt übrigens nicht ursprünglich aus Sodom, er ist der Neffe Abrahams, der selbst der Führer des jüdischen Volkes des Exodus war. Die Männer von Sodom um das Haus, in dem er sich aufhält, nennen ihn in der Bibel sogar “Fremder” (Moses 19,9). Im Koran verkündet er die Verurteilung sexueller Praktiken gegenüber seinem Volk- nicht in der Bibel. Er begrüßt die Engel, die in Sodom nachforschen sollen, damit Gott ihn dann verdammen kann. Zu welchem Volk gehört die Figur des Lot? Zum jüdischen Volk wie sein Onkel oder zum Volk derer, die sich “dieser Abschäulichkeit hingeben”? Und wer sind seine Leute? Die Episode des Inzests zwischen Lot und seinen Töchtern wird im Ersten Heiligen Buch des Islam nicht erwähnt. Wohingegen in der biblischen Darstellung sogar die beiden Völker, die er mit seinen Töchtern gründet, als seine Völker betrachten: die Moabiter durch den Ältesten und die Ammoniter durch den zweiten Sohn.

Es bleibt also eine theologische Zweideutigkeit, die wir nicht auflösen, sondern unterstreichen wollen, um die Leserschaft aufzufordern, diese Unsicherheit und sogar diese Nichtübereinstimmung zwischen dem biblischen und dem koranischen Text im Auge zu behalten. Es bleibt nur noch die Interpretation der Religionswissenschaftler*innen, um eine Antwort zu finden. In der Bibel kann die Verurteilung der Homosexualität durch die Berichte von Lot und die Zerstörung der Städte Sodom und Gomorra als Bereitschaft der religiösen Institutionen verstanden werden, ihre Lehre radikal von den Sitten und Überzeugungen zu unterscheiden, die sich aus römischen und griechischen Polytheismen (wie der Päderastie) ableiten.

Wie sieht es mit der Transidentität in islamischen Texten und in der muslimischen Welt aus?

Im Ahâdîth und in der Sunna werden Nicht-Binarität und Transidentitäten in keiner Weise verurteilt: Der Begriff “zawj”, der oft mit “Ehefrauen” übersetzt wird, ist in Wirklichkeit neutral. Darüber hinaus scheint der Begriff “mukhannathun” auf eine dritte Geschlechtsidentität hinzuweisen. Nach Imam An-Nawawi ist ein Mukhannath ein Mann, dessen Bewegungen, Aussehen und Ausdrucksweise weibliche Merkmale aufweisen. Er unterscheidet zwischen zwei Kategorien: Erstere besitzen von Natur aus diese Eigenschaften und können daher nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Sie müssen sich nicht schuldig oder beschämt fühlen, es sei denn, sie benutzen sie, um Verbrechen zu begehen oder Geld damit zu verdienen (z.B durch Prostitution). Letztere würden sich aus unmoralischen Gründen wie Frauen verhalten und wären daher sündhaft und verwerflich. Der Begriff mukhannathun wird auch für eine Gruppe von Künstlern verwendet, die dem Propheten, Ṭuways und Al-Dalāl nahe stehen.

In Ägypten und Iran wurden Fatwas für Personen erlasssen, auf die die Beschreibung von Mukhannath zutrifft, damit sie sich einer Operation zur Geschlechtsumwandlung unterziehen können. Fatwas sind islamische Rechtsentscheidungen, die von einem Interpreten des muslimischen Rechts (Mufti) zu einer, manchmal neuen, gesellschaftlichen Frage erlassen werden. Sie sollen einen Rahmen für das gute Verhalten von Muslimen bieten. Auf dem indischen Subkontinent, insbesondere in Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wie Pakistan und Bangladesch, leben Hijras, Mitglieder der Transgender-Gemeinschaft. Sie werden offiziell als drittes Geschlecht anerkannt.

Sind sich die Religionsgelehrten des Islams, die Ulemas, dennoch über die Verurteilung der Homosexualität einig, so muss dies nicht unbedingt einen Konsens in der Bestrafungsmethode bedeuten. Es gibt keinen offiziellen Gesetzestext, nachdem eine homosexuelle Person verurteilt werden könnte. Mit anderen Worten, es wird oft eine Verurteilung homosexueller Praktiken und nicht der sexuellen Orientierung einer Person befürwortet. Es ist also möglich, muslimisch und homosexuell zu sein. Im Islam kann nur Gott am Jüngsten Tag richten. Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist eine intime, eine persönliche Frage und kann daher von anderen nicht beurteilt werden. Homophobie wird folglich im Islam nicht toleriert.

Es bleibt die moderne Lehre der Kirche über Homosexualität zu verstehen.

Sie wurde zwischen 1975 und 2005 durchgeführt und basiert auf einer Unterscheidung zwischen Sexualpraktiken, die in der Verantwortung jedes Einzelnen liegen. Es bietet sich an, den Brief von Kardinal Joseph Ratzinger, besser bekannt als Papst Benedikt XVI., an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für Homosexuellen von 1986 zu zitieren (On the Pastoral Care of Homosexual Persons). Darin werden Auszüge aus den Briefen des heiligen Apostels Paulus an die Römer 1,18-32 wiedergegeben, insbesondere die Verse 26 und 27 sind besonders eindeutig: “Darum hat Gott sie entehrenden Leidenschaften hingegeben: denn ihre Frauen haben den natürliche Verkehr gegen den widernatürlichen ausgetauscht; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.” Ebenso deutlich ist ein Auszug des Korintherbriefs 6,9: “Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder (auch mit “Homosexuellen” oder den “Sodomiten” übersetzt), noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.” und an Timotheus 1,1 : “Das Gesetz ist gut, wenn man es im Sinn des Gesetzes anwendet und bedenkt, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, für solche, die Vater oder Mutter töten, für Mörder, Unzüchtige, Knabenschänder, Menschenhändler, für Leute, die lügen und Meineide schwören und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verstößt”.

Diese Fragen werden nach wie vor in den Religionsgemeinschaften selbst diskutiert. Einige Leute argumentieren, religiöse Texte würden eher den sexuellen Akt der Homosexuellen selbst verurteilen als die sexuelle Orientierung. Dennoch wird Homosexualität nicht als etwas dargestellt, zu dem man sich entscheiden kann. “Konversionstherapien” werden daher von verschiedenen Religionsgemeinschaften nicht als eine Lösung angesehen.

Eine unzureichende internationale Verurteilung

Im Jahre 2012 kündigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, dass die Praxis von “Konversionstherapien” die Gesundheit und die Rechte der betroffenen Personen gefährdet. Die Vereinten Nationen (VN) folgten dieser Linie und setzten 2016 die “Konversionstherapie” und ähnlichen Praktiken unter Strafe. In einem Bericht von 2020, werden “Konversionstherapien” sogar mit Folter gleichgesetzt und aufgezeigt, dass solche “Therapien” in 68 Ländern praktiziert werden. 

Im Jahresbericht 2018 über die Grundrechte der Europäischen Union fordert das Europäische Parlament die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, solche Praktiken zu verbieten und “Maßnahmen zu ergreifen, die das Recht auf geschlechtliche Identität und geschlechtlichen Ausdruck respektieren und verteidigen”.

Schließlich müssen die Staaten gemäß den Yogyakarta-Prinzipien, die das internationale Recht der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität regeln, jede nicht einvernehmliche Behandlung aufgrund der sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck oder Geschlechtsmerkmale verbieten, wie z.B. chirurgische Eingriffe zur Wiedereingliederung, Zwangssterilisation oder “Konversionstherapie” oder “Wiedergutmachung” (Prinzip 10).

Darüber hinaus werden “Konversionstherapien” wissenschaftlich weitgehend missbilligt: Die Wissenschaft beweist, dass sich die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht ändert und dass diese Praktiken verheerende Folgen haben können.

Trotz dieses globalen Konsenses über die Ineffektivität und Schädlichkeit von “Konversionstherapien” besteht in der großen Mehrheit der Länder weltweit diesbezüglich immer noch ein Rechtsvakuum. Doch die Praktiken verletzen das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Gesundheit und den freien Ausdruck der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität einer Person. Der Mangel an Gesetzgebung in den westlichen Ländern erscheint daher paradox angesichts der Kriminalisierung und Diskriminierung von LGBTQI+-Personen, aber auch der Gewalt gegen Kinder.

Die wenigen Länder die “Konversionstherapien” bestrafen

Obwohl der Einfluss der internationalen Gemeinschaft Früchte zu tragen scheint, da derzeit in mehreren Ländern, darunter Frankreich, parlamentarische Debatten zu diesem Thema geführt werden, gibt es nur sehr wenige Länder, die “Konversionstherapien” offiziell kriminalisieren. Derzeit gibt es nur fünf: Brasilien, Ecuador, Malta, Deutschland und Albanien.

Brasilien war 1999 das erste Land, das die Pathologisierung homosexuellen Verhaltens und homosexueller Praktiken verbot, insbesondere indem es Psycholog*innen anwies, von Zwangsbehandlungen nicht einwilligender Homosexueller abzusehen. Im Mai 2012 verbot Ecuador sie in Rehabilitationskliniken. In beiden Ländern ist der Geltungsbereich der Gesetzgebung jedoch nicht weit genug; er gilt nur für Psycholog*innen oder Kliniken und deckt damit nur ein Teil der verschiedenen praktizierten “Therapieformen” ab.

Erst 2016 verbot Malta als erstes europäisches Land Konversionspraktiken, gesetzlich definiert als: “Behandlung, Praxis oder nachhaltiges Bemühen, die sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und/oder den Geschlechtsausdruck einer Person zu ändern, zu unterdrücken und/oder zu beseitigen”. Dieser breite und umfassende Ansatz ermöglicht es, die meisten Methoden der Konversion einzubeziehen und somit eine Vielzahl von Praktiken zu verbieten.

Erst vor wenigen Monaten, im Mai 2020, haben Albanien und Deutschland ihrerseits “Konversionstherapien” für Minderjährige verboten, ein unvollständiges, aber ermutigendes Verbot.

Länder die “Konversionstherapien” bestärken, sie finanziell unterstützen

Während China 1997 Homosexualität kriminalisierte und 2001 von der Liste der psychischen Krankheiten strich, bieten viele medizinische Einrichtungen des Landes weiterhin “Behandlungen” zur Heilung von Homosexualität oder Transidentität an. Sie würden Pillen, Hypnose oder Elektroschocktherapie nach jeder physiologischen Reaktion auf den Anblick homosexueller pornografischer Bilder verschreiben. In einem Bericht identifizierte die NGO Public Interest Law Center on Equal Rights for LGBTI 93 solcher öffentlichen Krankenhäuser, die von der Regierung verwaltet und kontrolliert werden, sowie Privatkliniken, die von der Nationalen Kommission für Gesundheit und Familienplanung lizenziert und überwacht werden. Wie ist dies möglich? Es handelt sich um ein lukratives Geschäft, das durch eine Fülle von Rechtsinstrumenten gefördert wird, das nicht vor Diskriminierung und Gewalt schützt, die aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität erlitten werden. So ist es für Opfer schwierig, Gerechtigkeit zu fordern, nachdem sie durch von ihren Eltern empfohlene Eingriffe traumatisiert wurden. Ein positives Beispiel ist der von Peng Yanzi gewonnene Prozess, nachdem er 2014 zu einer «Elektrotherapie» gezwungen worden war. 

In Malaysia sind homosexuelle Praktiken verboten und als “widernatürlich” bezeichnet. Auch die Nichteinhaltung der geschlechtsspezifischen Bestimmung bei der Geburt ist sowohl auf ziviler als auch auf religiöser Ebene (in Malaysia wird Syariah oder islamisches Gesetz angewandt), sowohl auf föderaler Ebene als auch auf Ebene des Bundes verboten. Mit anderen Worten, wenn die Gesellschaft jemanden als einen Mann anerkennt, während es sich um eine transgender Frau handelt, kann das Tragen von Kleidern, Röcken oder anderen als weiblich angesehenen Gegenständen diesen Menschen ins Gefängnis bringen.

“Konversionstherapien” werden in Malaysia in islamischen oder christlichen medizinischen Zentren durchgeführt. Das im Dezember 2018 gestartete “Mukhayyam”-Regierungsprogramm wird von der Abteilung für islamische Entwicklung finanziert und beaufsichtigt. Die Behörden betonen die Freiwilligkeit der Teilnahme und beglückwünschen sich zu 1450 “Heilungen”. Die Zeitungen berichten über diese Ergebnisse, um viele angebliche Opfer zu ermutigen, an den dreitägigen Programmen teilzunehmen, die achtmal im Jahr stattfinden. Ein E-Book und ein 218-seitiges Handbuch wurden veröffentlicht, um wieder auf den “richtigen Weg” zu führen.

Der Kampf um Heteronormativität und Zisnormativität ist damit noch nicht am Ende: Am 10. Juli 2020 verkündete der malaysische Minister für religiöse Angelegenheiten Zulkifli Mohamad Al-Bakri, dass er die Strafverfolgungsbehörden zur Unterdrückung von Transgender-Personen bevollmächtigt. Der Internationale Gerichtshof hat diese Erklärung verurteilt, ihre Aussage angeprangert und die sofortige Aussetzung dieser diskriminierenden Politik gefordert.

Die ersten Fortschritte in Europa

Was Europa anbelangt, so ist die Situation hinsichtlich der Kriminalisierung von “Konversionstherapien” sehr unterschiedlich. Teils gibt es nur langsame oder gar keine Fortschritte. Die ergriffenen Maßnahmen sind alle noch jung.

In Europa haben nur 4 von 50 Ländern “Konversionstherapien” gesetzlich verboten und damit unter Strafe gestellt.

Im Jahr 2016 wurde Malta das erste europäische Land, das “Konversionstherapien verbot und unter Strafe stellte. Einer der auffälligsten Aspekte des maltesischen Rechts ist, dass es die Durchführung von “Konversionstherapien” sowohl durch Fachleute als auch durch Laien verbietet, etwas, das zu vor noch nie so ausdrücklich formuliert worden war. Es ist weltweit eines der umfassendsten Verbote, die jemals erlassen wurden, und das erste nationale Gesetz, das speziell mit einem umfassenden Ansatz zum Verbot und zur Verhinderung dieser Praktiken konzipiert, entworfen und verabschiedet wurde. Die Definition des Begriffs “Konversionstherapien” im maltesischen Recht3spiegelt seinen weiten Anwendungsbereich wider. Selbst die Äußerung von Missbilligung oder der Versuch einer “Therapie” kann strafrechtlich verfolgt werden.

Das zweite fortschrittliche Land ist Spanien. Zwar gibt es immer noch kein nationales Verbot, aber mehrere Regionen und autonome Kreise haben Schutzgesetze für die LGBTQI+-Gemeinschaft verabschiedet, die spezielle Bestimmungen über “Konversionstherapien” enthalten. Im Oktober 2019 erließen Madrid, Murcia, Andalusien, Aragonien und Valencia lokale Verbote. Diese Verbote sind sehr umfassend, denn sie gelten für alle Eingriffe, die darauf abzielen, die geschlechtliche Identität, den geschlechtlichen Ausdruck oder die sexuelle Orientierung einer Person zu verändern, unabhängig davon, ob sie von “qualifizierten” Personen vorgenommen werden oder nicht. Ende 2019 wurde angekündigt, dass im Jahr 2020 ein Gesetzentwurf zum Verbot von “Konversionstherapien” auf nationaler Ebene eingebracht werden soll.

Erst kürzlich, am 7. Mai 2020, hat Deutschland ein Gesetz verabschiedet, das “Konversionstherapien” verbietet. Allerdings werden nur Minderjährige unter 18 Jahren geschützt. Die Initiative dazu war bereits 2019 ergriffen worden, nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Erklärung gegen “Konversionstherapien” abgegeben hatte. Im April 2019 wurde eine Kommission bestehend aus Verbänden und Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften und Recht eingesetzt. Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme über das geplante Verbot von “Konversionstherapien” wurde am 30. August 2019 in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht. Wenige Tage, nachdem Deutschland dieses Gesetz verabschiedet hatte, folgte Albanien diesem Beispiel und beschloss am 16. Mai 2020 ein Verbot von “Konversionstherapien”. Diese beiden Gesetze haben jedoch ihre Grenzen. Insbesondere wurden sie angefochten, weil sie “Konversionstherapien” für Erwachsene nicht verbieten.

Auch in anderen Ländern Europas geben Gesetzesvorschläge Hoffnung auf Fortschritte.

In Irland würde ein Gesetzesentwurf von 2018, der positive Reaktionen erhalten hat, “Konversionstherapien” mit einem breiten Anwendungsbereich verbieten, so auch ihre Bewerbung. Es würde Fachleuten auch verbieten, einer LGBTQI+-Person zu empfehlen, einen anderen Fachmann aufzusuchen, der “Konversionstherapie” praktiziert. Es ist jedoch noch nichts abgestimmt worden, so dass diese “Therapien” derzeit immer noch legal sind.

Was Polen anbelangt, so sind “Konversionstherapien” noch nicht unter Strafe gestellt, aber Anfang 2019 wurde im Parlament eine Diskussion darüber geführt. Der Gesetzentwurf, der von Nowoczesna (einer liberalen politischen Partei) und der Kampagne gegen Homophobie ausgearbeitet wurde, würde die Durchführung, Förderung und Werbung für “Konversionstherapien” und die Überweisung von Menschen an diese “Therapien” verbieten. Der Prozess wird wahrscheinlich sehr langsam verlaufen, da Polen ein sehr konservatives Land ist und LGBTQI+ Menschen stark diskriminiert.

In den Niederlanden haben Praktiker*innen, die eine “Konversionstherapie” anbieten, keinen Anspruch auf Subventionen und sind seit Juni 2012 sogar von der Krankenversicherung blockiert. Im Mai 2019 wurde die Regierung aufgefordert, einen Gesetzentwurf zum Verbot von “Konversionstherapien” auszuarbeiten, ihre Formen und ihre Verbreitung zu untersuchen und zu bestimmen, wie man sie stoppen kann.

In Frankreich sind diese “Therapien” noch nicht gesetzlich verboten. Die wichtigsten Vereinigungen, die sie noch praktizieren, sind: “Torrents de vie” (evangelische Protestanten), die darauf abzielen, Homosexuelle heterosexuell zu machen, und “Courage” (katholisch), die darauf abzielen, Homosexuelle abstinent zu machen. Allerdings ist ihr Diskurs weniger direkt als in den Vereinigten Staaten: Die Gruppen sagen nicht ausdrücklich, dass Homosexualität eine Krankheit ist, sondern einfach, dass es sie nicht gibt, dass alle Menschen heterosexuell sind, aber dass Verirrungen homosexuell machen können. Der Diskurs wurde “geglättet”, um ihn leichter verständlich zu machen, weshalb es recht schwierig ist, Organisationen zu identifizieren, die “Konversionstherapien” praktizieren. Am 3. Juni 2020 wurden jedoch einige Fortschritte erzielt: Ein Gesetzentwurf zum Verbot von “Konversionstherapien” wurde von der Abgeordneten Laurence Vanceunebrock, einer Abgeordneten der Mehrheitsfraktion, eingebracht. Diese gewalttätigen Praktiken würden entsprechend der Dauer der vollständigen Arbeitsunfähigkeit (VAU) der Opfer bestraft: bis zu acht Tage VAU, würde die Höchststrafe zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 30.000 Euro betragen. Bei mehr als acht Tagen oder wenn die Tat in Anwesenheit eines Minderjährigen begangen wurde, würde die Höchststrafe drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 45.000 Euro betragen. Der Gesetzentwurf bekämpft diese Praktiken im Strafrecht, wenn es sich um minderjährigen Opfern handelt mit erschwerenden Umständen, aber auch auf ziviler Ebene (im Familienrecht) und in kulturellen sowie gesellschaftlichen Institutionen. Wenn zum Beispiel Eltern in diese Praktiken verwickelt sind, was meistens der Fall ist, wäre ein Entzug des elterlichen Sorgerechts möglich. Vollziehende “medizinischer Therapien” würden strafrechtlich verurteilt, ihr Material würde beschlagnahmt und ein Berufsverbot von bis zu zehn Jahren ins Auge gefasst. Dieser Gesetzentwurf wird noch immer diskutiert und muss alle rechtlichen und gesetzgeberischen Instanzen durchlaufen, bevor er eingebracht und abgestimmt werden kann. Darüber hinaus ist das Thema wenig bekannt, führt aber in einigen Gemeinden zu Spannungen: Einige religiöse Verantwortliche haben sich geweigert, sich in der Nationalversammlung befragen zu lassen. Zudem handelt es sich um einen Kulturkampf, in dem auch die nationale Bildung ihre Rolle spielt: In allen Phasen der Schulbildung müssten die Schülerinnen und Schüler “Respekt vor der sexuellen Orientierung, der geschlechtlichen Identität und ihren Ausdrucksformen” lernen. Lehrerinnen und Lehrer, die nicht in diesen Fragen ausgebildet sind, sollten ermutigt werden, Verbände zur Bekämpfung von Homophobie und Transphobie in den Unterricht einzuladen.

Für alle anderen europäischen Länder hat dieses Thema keine Priorität, und die Fortschritte sind ins Stocken geraten.

In Aserbaidschan zum Beispiel ist Homosexualität legal, aber “Konversionstherapien” sind nicht verboten. Es gibt kein Gesetz, das LGBTQI+ Menschen vor Diskriminierung schützt, und homosexuelle Paare werden nicht anerkannt. In Armenien gibt es keine Erwähnung von “Konversionstherapien”, und LGBTQI+ Menschen haben nur wenige Rechte. In Estland ist Homosexualität seit 1991 entkriminalisiert worden, aber “Konversionstherapien” sind auch dort nicht verboten. Was Norwegen betrifft, so kündigte die Arbeiterpartei im Juni einen Zehn-Punkte-Plan zu “LGBTQI+-Rechten” an, einschließlich eines Verbots der intersexuellen Genitalverstümmelung und der “Konversionstherapie”. Das Parlament lehnte den Plan ab, da die Arbeiterpartei in dieser Frage in der Opposition und in einer Minderheit gegen die von den Konservativen dominierte Regierung steht.

Die Schweiz ist ein recht spezieller Fall, da weder das Gesetz noch die Behörden “Konversionstherapien” ausdrücklich verbieten, Fachkräfte jedoch daran gehindert werden, Diagnosen zur psychischen Gesundheit ausschließlich auf der Grundlage der sexuellen Ausrichtung zu stellen. Der Bundesrat erachtet dies als ausreichenden Schutz (obwohl “Therapien” nicht nur die sexuelle Orientierung, sondern manchmal auch die Geschlechtsidentität oder den Geschlechtsausdruck einer Person verändern sollen) und stimmt deshalb nicht für ein Verbot solcher Praktiken. Zumindest sind diese “Therapien” jedoch seit 2006 vom Schweizer Parlament als kinderrechtswidrig und für Minderjährige illegal anerkannt.

Im Vereinigten Königreich sind “Konversionstherapien” immer noch nicht illegal. Allerdings wurde 2017 vom Gesundheitsministerium von England und Schottland und anderen relevanten Akteuren eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie sich zur Beendigung dieser Praktiken verpflichten. Darüber hinaus antwortete das Gesundheitsministerium im selben Jahr formell auf eine Petition mit dem Titel “Making the provision of ‘conversion therapy’ for homosexuals a criminal offence in the United Kingdom”. Am 20. Juli 2020 kündigte der britische Premierminister Boris Johnson seine Unterstützung für ein landesweites Verbot der “Konversionstherapie” an.

Obwohl auch in Portugal “Konversionstherapien” noch nicht verboten sind, sendete TVI, ein bekannter portugiesischer Fernsehsender, am 10. Januar 2019 einen Bericht der Journalistin Ana Leal über “Konversionstherapien”. Vier Tage später schickten insgesamt 250 Psychologen einen offenen Brief an die Aufsichtsbehörde OPP (portugiesischer Psychologenorden), die Psychologen die Zulassung erteilt, mit der Bitte um eine Untersuchung dieser Praktiken. Das Gremium stellte dann fest, dass Homosexualität keine Geisteskrankheit sei und dass “Konversionstherapien” nicht gerechtfertigt werden könnten. Sie meldeten den Fall an den Rechtsprechungsausschuss der OPP.

“Konversionstherapien” sind auch in Finnland, Italien, Belgien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Luxemburg usw. noch zugelassen. Europa ist also weit vom Ziel entfernt und hat bis zum gänzlichen Verschwinden der “Konversionstherapien” noch einen langen Weg vor sich.

Wie wird es in Afrika gehandhabt?

Obwohl Afrika kulturell reich und vielfältig ist, sind Homophobie und Transphobie leider weitgehend die Norm. In Afrika gibt es weniger “Konversionstherapien” im traditionellen Sinne, aber die Religion spielt eine wichtige Rolle. Die Religion führt dazu, dass viele Menschen die Hilfe von Priestern oder Pastor*innen für Exorzismen suchen, um jegliche Sexualität oder geschlechtliche Identität zu unterdrücken, die nicht den heteronormativen und zisnormativen sozialen Normen entspricht, die von Religionen wie dem Christentum auferlegt werden. Der christliche Glaube hat zu einer Form der “geistlichen Kriegsführung” gegen die bereits extrem unterdrückte LGBTQI+-Gemeinschaft auf dem Kontinent geführt. Einige Pastor*innen und ihre Anhänger glauben, dass LGBTQI+ Menschen von bösen Geistern besessen sind und dass sie, wenn diese Geister entfernt werden, frei von jeder Form geistiger Knechtschaft sind, die sie gefangen hält. Unabhängig davon, ob ihre Probleme finanzieller, familiärer oder anderer Natur sind, werden sie dem sogenannten bösen Geist zugeschrieben, der sie besitzt. Die Pastor*innen verwenden dann das Salbungsöl und beten, manchmal bis zu dreißig Minuten lang. Die Person, für die gebetet wird, soll sich verkrampfen, ein Zeichen dafür, dass der Dämon versucht, den Körper gefangen zu halten, während der/die Pastor*in versucht, ihn herauszuzwingen. Die Betroffenen fühlen sich unter Druck gesetzt, zu sagen, dass sie “befreit” worden sind, obwohl sie oft das Gefühl haben, nichts hätte sich geändert. Diese religiösen Praktiken des Exorzismus verewigen das schädliche Klischee, dass Homosexualität, Bisexualität oder Transgender eine Ursache für dämonische Besessenheit sei, die über Generationen weitergegeben wird – mit Auswirkungen bis in den politischen Bereich hinein.

Aus Südafrika, einem Land, das den Spitznamen “die Vergewaltigungshauptstadt der Welt” trägt, stammt eine häufig praktizierte Praxis aus der Homophobie: die “korrigierende Vergewaltigung”. Das Hastings Women’s Law Journal definiert diese Praxis wie folgt: “Korrigierende Vergewaltigung bezieht sich zunächst auf die Vergewaltigung von Lesben durch heterosexuelle Männer, um ihre Homosexualität zu “korrigieren” oder zu “heilen” – eine Strafe dafür, dass sie homosexuell sind und die traditionelle Geschlechterdarstellung verletzen. Der Begriff wird heute weiter gefasst und bezieht sich auf die Vergewaltigung eines Mitglieds einer Gruppe, die nicht den Geschlechternormen oder der Heterosexualität entspricht, wenn das Motiv des Täters darin besteht, die Person zu “korrigieren”. Das Problem der korrigierenden Vergewaltigung ist das Ergebnis einer Kultur der Vergewaltigung und damit einer unterdrückenden frauenfeindlichen Mentalität, die es Männern erlaubt, zu glauben, dass sie ein Recht auf den Körper einer Frau haben. In Südafrika ist die gleichgeschlechtliche Ehe zwar legal, aber es gibt immer noch eine sehr große Religionsgemeinschaft, die die Idee, dass Homosexualität eine pathologische Krankheit ist, fest verankert hat. Wenn man die Kultur der Vergewaltigung, die von einer Form der Frauenfeindlichkeit herrührt, mit der Lesbenfeindlichkeit koppelt, die in südafrikanischen Gemeinden, insbesondere in protestantischen Gemeinden, sehr präsent ist, dann haben wir es mit Männern zu tun, die das Bedürfnis verspüren, diejenigen zu bestrafen, die keine sexuelle oder emotionale Anziehungskraft auf das andere Geschlecht verspüren. All dies ermöglicht der korrigierenden Vergewaltigung zu existieren und fortzubestehen. Vergewaltigung mit Korrektiv könnte daher als eine der Formen der “Konversionstherapie” in Südafrika angesehen werden.

Die Repräsentation der “Konversionstherapien” in kulturellen Werken

Einige kulturelle Werke berichten und erklären dem breiten Publikum das Phänomen der “Konversionstherapien”, seien es Filme, Serien, Dokumentarfilme, Videos, Podcasts, Bücher usw. Wenn man jedoch die Kulturindustrie zum Thema Homosexualität und Transgender als Ganzes betrachtet, machen solche Produktionen einen sehr geringen Teil aus. Auch in der Liste der Empfehlungen für kulturelle Werke zu diesem Thema (Demnächst auf unserer Website abrufbar), sind “Konversionstherapien” nicht immer der Hauptthemen der Spiel- und Dokumentarfilmen.

Nur wenige Werke befassen sich tatsächlich mit diesem Thema und wenn, dann oftmals lediglich mit der Darstellung von “Konversionstherapien” in den Vereinigten Staaten. Im kollektiven Unterbewusstsein werden diese “Therapien” damit zu einem Phänomen, das nur in diesem Land auftritt, obwohl diese Praktiken weltweit noch sehr verbreitet sind und mehr oder weniger gewaltsam praktiziert werden. Zudem ist das Christentum in den meisten Produktionen als allgegenwärtige, unterdrückende Religionsgemeinschaft dargestellt, während anderen Religionen, die ähnlich praktizieren, kaum Beachtung geschenkt wird. Zudem vermittelt die Tatsache, dass sich die meisten dargestellten Ereignisse in den 1990er oder Anfang der 2000er ereigneten, den Eindruck, es gäbe heute kaum noch “Konversionstherapien”. Dies ist nicht der Fall. Darüber hinaus mangelt es in kulturellen Werken, die sich mit “Konversionstherapien” befassen, an Darstellungen von Lesben, Transgender-Personen und dem übrigen Spektrum. In Filmen werden bspw. meist weiße, schwule, zisgender Männer und ihre Beziehung zu Homosexualität und “Konversionstherapien” porträtiert. Dies ist bei etwa 70 % der Filme, die unter unseren kulturellen Empfehlungen zitiert werden, der Fall ist. Der Artikel ist hier verfügbar.

Fazit

Obwohl die Fragen der sexuellen Orientierung, der Geschlechteridentität und des Geschlechterausdrucks in der breiten Öffentlichkeit bereits bekannter sind und von der Jugend breit diskutiert werden, ist das Thema «Konversionstherapien» weniger publik. Sie gehen auf archaische Vorstellungen zurück, vor allem von der westlichen Welt, wo die Staaten heute paradoxerweise Rechte und Schutz für homosexuelle und transgender Personen anerkennen. Oft wird vergessen, dass die “Therapien” leider bis heute angewandt werden und dass es ihr förmliches Verbot braucht, um potenzielle Opfer zu schützen. Es ist eine Forderung der internationalen Organisationen, von Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Menschenrechte oder die Rechte von LGBTQI+ einsetzen. Sie werden von zahlreichen mutigen Erfahrungsberichten unterstützt, in denen Betroffene von den erniedrigenden und traumatischen Behandlungen erzählen. Dennoch würde ein gesetzliches Verbot nicht unbedingt das Ende der “Konversionstherapien” bedeuten, die im Untergrund weitergehen können. Es wäre von Vorteil, wenn sich religiöse Führer zu Wort meldeten und das Thema verurteilten, da diese “Therapien” fast ausschließlich auf religiösen Argumenten beruhen. Leider scheint dies heute undenkbar, wie die Kontroverse vom August 2018 zeigt, die durch die Worte von Papst Franziskus ausgelöst wurde, der die Psychiatrie als Lösung gegen die “homosexuellen Neigungen” von Kindern empfohlen hatte. Schließlich könnte eine bessere Darstellung dieser Praktiken in kulturellen Werken, die sie anprangern, auch den Dialog in den Familien eröffnen und Eltern davon abhalten, ihre Kinder dorthin zu schicken. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, bis wir alle frei lieben und leben können.

QUELLENZEICHNIS

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Den Artikel zitieren:

CHIQUER, L. COTTAIS, C. KASANGA, DC. OUATTARA, N. PAVARD, J. (2020). Die “Konversionstherapien” weltweit: eine wenig bekannte Foltermethode. Generation for Rights Over the World. growthinktank.org. [online] Oct. 2020.

©Photo by Daniel Tobias is licensed under licence CC BY-SA 2.0

Translated by Eike Hinrichsen and Naomi Ouattara

1 [Erklärung des Übersetzungsteams] Zitaten der Bibel werden aus folgender Übersetzung stammen: https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/ und https://bibeltext.com/genesis/19-5.htm.
2 [Erklärung des Übersetzungsteams]: Das Wort “Turpitude” wird in der deutschen Übersetzung des Korans mit “das Abscheuliche” oder “Schändlichkeit” übersetzt. cf. Der Heilige Qur-Ân unter der Leitung von Hazrat Mirza Masroor Ahmad verfügbar unter: https://www.alislam.org/quran/Holy-Quran-German.pdf.
3 Das maltesische Recht definiert die “Konversionstherapien” als Behandlung, Praktik oder Bemühen, die darauf abzielt die geschlechtliche Orientierung oder den geschlechtlichen Ausdruck einer Person zu verändern, zu unterdrücken oder zu behindern.

3 Comments

  1. […] CHIQUER, L. COTTAIS, C. KASANGA, DC. OUATTARA, N. PAVARD, J. (2020). Die “Konversionstherapien” weltweit: eine wenig bekannte Foltermethode. Generation for Rights Over the World. growthinktank.org. [online] Oct. 2020. Available at: https://www.growthinktank.org/de/die-konversionstherapien-weltweit-eine-wenig-bekannte-foltermethode… […]

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